Fachartikel

Hilfreiche Tools für Windows-Server-Admins (2)

Lässt sich eine verrostete Schraube nicht lösen, setzt der gewiefte Handwerker ein zusätzliches Rohr auf seine Zange und das Problem ist behoben. Vor ähnlichen Herausorderungen stehen Administratoren bei der Verwaltung ihrer Systeme, denn sollen allein Bordmittel genügen, leisten diese oft nicht das Gewünschte. In der IT hilft an dieser Stelle oftmals eine enthusiastische Community mit freien Tools weiter. Dieser Workshop stellt kostenlose Helfer vor. Im zweiten Teil dreht sich alles um Iventarisierung. Dabei werfen wir unter anderem einen Blick auf das Open-Source-Werkzeug OCS.
Gerade bei der Inventarisierung ist der Einsatz von Tools zur Automatisierung nahezu unerlässlich.
Bereitstellung und Optimierung von Microsoft-Serverdiensten
Das "Microsoft Assessment and Planning Toolkit" (MAP) [11] erlaubt eine agentenlose Inventarisierung und kann für Migrationen Bewertungen und Berichte erstellen. Sie können mit den Tools Migrationen zu Windows 7/8.1, Office 2010/2013/ 365, Windows Server 2012 und R2 planen. Aber auch SQL Server 2014, Hyper-V, Microsoft Private Cloud Fast Track und Windows Azure sind Bestandteil.



Microsoft bietet zur Verwendung mit MAP auf der Downloadseite umfassende Anleitungen, inklusive einem "Getting Started Guide" [12] und Beispielberichten [13]. Auch im TechNet bietet Microsoft eine umfangreiche Hilfe zum Toolkit an [14]. Nach dem ersten Start des Tools erstellen Sie zunächst eine neue Datenbank, in der MAP seine Inventarisierungsdaten speichern kann. Dazu nutzt das MAP die kostenlose Datenbank SQL Server 2012 LocalDB zur Speicherung, die Sie über "File / Manage Databases" steuern. Hier sehen Sie alle Datenbanken, die an MAP angebunden sind. Außerdem können Sie hier Datenbanken importieren und exportieren, was für die Auswertung der Daten über andere Werkzeuge sinnvoll sein kann.

Über die verschiedenen Registerkarten im Fenster schalten Sie zwischen Cloud, Desktop, Server, Desktop-Virtualisierung, Server-Virtualisierung, Database, Usage Tracking und Environment um. Sie können auch auf der linken Seite zwischen den Optionen umschalten. In der Mitte der Konsole sehen Sie die Schritte, die Sie nacheinander durchführen müssen, um eine Datengrundlage zu erhalten, mit der Sie die Migration später durchführen können.
Inventarisierung mit Open Source
Ein sehr interessantes Tool zur Inventarisierung ist das Open-Source-Programm "OCS" [17]. Das Programm ist komplizierter in der Einrichtung, dafür aber auch für größere Unternehmen geeignet. Sie können mit dem Programm auch Windows-Rechner erfassen, optimiert ist der Server-Part allerdings für Linux.

Der größte Vorteil im Vergleich zu den anderen Programmen ist die Open-Source-Lizenzierung. Sie können also nicht nur wenige Rechner mit dem Tool kostenlos inventarisieren, sondern bei Bedarf mehrere tausend. Neben der Inventarisierung lassen sich sogar Anwendungen auf den PCs im Netzwerk verteilen. Auch Installationsketten oder die Aktualisierung von Programmen sind umsetzbar.

Damit Sie diese Funktionen nutzen können, müssen Sie allerdings auf den angebundenen Geräten einen Agenten installieren. Der Vorteil dabei ist, dass das Tool schneller nach Daten scannen kann und Sie mehr Informationen erhalten. Den Agenten installieren Sie entweder über Skripte oder Gruppenrichtlinien. Die Entwickler bieten auf der Downloadseite auch ein Tool an, mit dem Sie den Agenten leichter im Netzwerk verteilen können. Für diese Aufgaben müssen sich Administratoren etwas Zeit nehmen.

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13.03.2017/jp/ln/Thomas Joos

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