Internetverkehr: Bots weiter im Aufwind

Lesezeit
1 Minute
Bis jetzt gelesen

Internetverkehr: Bots weiter im Aufwind

23.04.2024 - 07:00
Veröffentlicht in:

Fast die Hälfte des gesamten Internetverkehrs stammt inzwischen von Bots. In Deutschland sieht sie Lage sogar noch deutlicher aus: Hier machen Bots sogar 75 Prozent des Online-Traffics aus. Zu diesem Ergebnis kommt Imperva im Bad Bot Report 2024. Vor allem die bösartigen Bots treiben dabei ihr Unwesen.

Die Studie offenbart, dass im Jahr 2023 beinahe die Hälfte des weltweiten Internetverkehrs (49,6 Prozent) auf Bots zurückzuführen war, was eine Steigerung um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellt. In Deutschland lag dieser Anteil sogar bei 74,5 Prozent des Internet-Traffics, wobei 67,5 Prozent auf sogenannte Bad Bots entfielen, was einer leichten Reduzierung um ein Prozent im Vergleich zu 2022 entspricht. Deutschland steht damit an zweiter Stelle im globalen Vergleich des Bad-Bot-Aufkommens hinter Irland.

Bad Bots verursachen zahlreiche Probleme für Unternehmen und Organisationen, darunter die Kompromittierung von Konten, Datendiebstahl und erhöhtes Spamaufkommen, was wiederum zu höheren Kosten für Infrastruktur und Support sowie zum Verlust von Kunden führt. In Deutschland wurde trotz des globalen Anstiegs der Bad Bots ein Rückgang um ein Prozent festgestellt. Besonders betroffen von den Aktivitäten der Bad Bots sind die Finanzbranche sowie der Dienstleistungs-, Bildungs- und Newssektor, wobei die technische Raffinesse der Bots in diesen Bereichen variiert.

Finanzbranche im Fokus

Die Finanzbranche in Deutschland ist besonders stark von Bad Bots betroffen, mit einem Anteil von 88,7 Prozent in diesem Sektor. Ebenfalls hoch ist der Anteil in Dienstleistungs- und Bildungssektoren. Ein interessanter Trend zeigt sich im Einzelhandel, wo die Technologie der Bots deutlich zurückgegangen ist, von 52 Prozent auf nur noch 3 Prozent. Jedoch blieb der Anteil der Bad Bots konstant.

Stephan Dykgers, Area Vice President DACH bei Imperva, betont, dass Bots zu den am schnellsten wachsenden Bedrohungen in jeder Branche zählen und von einfachem Web-Scraping bis hin zu Account-Übernahmen und Denial-of-Service-Attacken reichen. Er weist darauf hin, dass Unternehmen proaktiv Maßnahmen gegen die Bedrohung durch Bad Bots ergreifen müssen und in Bot-Management- sowie API-Sicherheitstools investieren sollten, um sich gegen den zunehmenden bösartigen automatisierten Datenverkehr zu schützen.

Ähnliche Beiträge

Gefahr im Foxit PDF-Reader

Angreifer haben es auf Nutzer des Foxit Readers abgesehen und nutzen gezielt Schwachstellen in der Gestaltung der Warnmeldungen aus. Dieser Exploit veranlasse Nutzer, schädliche Befehle auszuführen. Hierfür rufe er Sicherheitswarnungen hervor, die standardmäßig gefährliche Optionen anbieten. Durch zweimaliges Bestätigen dieser Optionen würde eine schädliche Nutzlast von einem Remote-Server heruntergeladen und ausgeführt.
Gefahr durch interne Sicherheitsverstöße Daniel Richey Mi., 15.05.2024 - 08:36
Der jüngste Data Breach Investigations Report von Verizon Business legt offen: In der EMEA-Region sind über 72 Prozent der analysierten Sicherheitsvorfälle bestätigte Datenschutzverletzungen. Besonders alarmierend ist der hohe Anteil interner Verursachung durch Missbrauch von Berechtigungen und menschliche Fehler.
Redline-Infostealer auf dem Vormarsch Daniel Richey Mo., 13.05.2024 - 13:08
Infostealer-Infektionen haben zwischen 2020 und 2023 um mehr als das Sechsfache zugenommen; im vergangenen Jahr waren rund zehn Millionen Geräte betroffen. Dabei war die Malware Redline für die Hälfte der entdeckten Infektionen verantwortlich.