Fachartikel

Im Test: EGroupware 19.1

Ohne Groupware kommt kaum ein Unternehmen aus, in dem die Mitarbeiter sinnvoll digital zusammenarbeiten sollen. Viele Firmen schrecken jedoch davor zurück, ihre vertraulichen Daten US-Anbietern anzuvertrauen. EGroupware kommt aus Deutschland und will für kleine wie große Firmen eine Alternative zu Office 365 & Co. sein. IT-Administrator hat der neuen Version unter die Haube geschaut.
Auch ein Werkzeug für Projektmanagement liegt EGroupware bei, das sich sehr gut mit dem "Ressourcen"-Modul kombinieren lässt.
Den Nutzen von Groupware-Ansätzen zieht heute kaum noch jemand in Zweifel: Viel zu lange ist in Firmen Zeit dafür drauf gegangen, Excel-Dokumente zwischen den verschiedenen Kollegen abzugleichen und sicherzustellen, dass am Ende alle die aktuelle und richtige Version haben. Bei Groupware-Angeboten geht es daher primär darum, durch entsprechende Software die gleichzeitige Arbeit an Dateien zu ermöglichen, sodass Widersprüche gleich auffallen. Zentral gibt es dann in jedem Fall die eine kanonische Version einer Datei, die den aktuellsten Status widerspiegelt.

Installation auf der Höhe der Zeit
Wer in der Vergangenheit schon einmal mit EGroupware gearbeitet hat, muss sich im Rahmen von Version 19.1 umstellen. Zuvor verlief die Installation typisch für Software auf Linux-Systemen: Der Anbieter stellte die nötigen Programme in Form fertiger Softwarepakete für die wichtigsten Distributionen zur Verfügung. Die Installation erfolgte dann mittels des jeweiligen Paketmanagers und über Werkzeuge wie Zypper, Yum oder Dnf.

Dieser Ansatz hat allerdings mehrere Nachteile. Zum einen finden hier sämtliche Veränderungen auf dem Hostsystem statt. Geht dabei mal etwas schief, muss der Administrator die Backups herausholen oder das System neu installieren. Und andererseits sind Updates in einer solchen Umgebung kompliziert. Das gilt besonders dann, wenn sich an den vom Paketmanager installierten Dateien zwischenzeitlich Änderungen ergeben haben. Denn die überschreibt der Paketmanager schlimmstenfalls, wenn er das neue Paket ausrollt.

In der Version 19.1 gehen die EGroupware-Macher die Sache deshalb anders an. Sie setzen nun auf die Container-Virtualisierung Docker: Jede Komponente, die zu EGroupware gehört, kommt in Form eines separaten Docker-Containers. Dessen Dateisystem ist von dem des Hosts streng getrennt. Updates werden so sehr simpel: Statt mit Paketen zu hantieren, lassen sich die jeweiligen Container schnell ersetzen. Und weil Container die Entwickler dazu zwingen, eine effektive Trennung zwischen Applikation und Payload-Daten durchzuführen, ist dieser Ansatz deutlich weniger fehleranfällig.

Fazit
EGroupware ist eine umfassende Groupware, die sich für den Einsatz in kleinen und mittleren Firmen ebenso eignet wie für die Enterprise-Nutzung. Alle relevanten Funktionen für diesen Einsatzzweck sind enthalten. Wer sich die Arbeit des eigenen Hostings nicht antun möchte, greift auf die seitens des Anbieters verfügbaren Cloudprodukte zurück und verliert trotzdem nicht den Vorteil des "Datenschutz made in Germany".

Attraktiv ist EGroupware nicht zuletzt auch wegen seiner Preisstruktur: Es würde deutlich mehr Geld kosten, das Featureset nachzubauen, als die Lizenzen für EGroupware kosten. Und das vor dem Hintergrund der Tatsache, dass das Engineering bei EGroupware passt: In Sachen Deployment und Featureset macht der Anbieter alles richtig. Wer nach einer Groupware für seine Firma sucht, sollte EGroupware auf dem Radar haben.

Den kompletten Test finden Sie in Ausgabe 04/2020 ab Seite 26.
30.03.2020/dr/ln/Martin Loschwitz

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