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Studie: Viele deutsche Firmen nicht digital souverän

Zwar attestieren sich deutsche Unternehmen selbst ein stark ausgeprägtes Bewusstsein für die Wichtigkeit von digitaler Souveränität. Dennoch sind rund ein Viertel von ihnen in ihrer E-Mail-Infrastruktur stark von US-Cloudanbietern wie Microsoft oder Google abhängig, wie eine Umfrage von YouGov im Auftrag von mailbox.org ermittelte.
Zum Betrieb eines eigenen E-Mail-Servers bekannten sich knapp 60 Prozent der IT-Entscheider.
Im Rahmen einer Umfrage durch YouGov auf Basis von Onlineinterviews, an der mehr als 500 IT-Entscheider aus kleinen und mittelgroßen deutschen Unternehmen aus verschiedenen Branchen teilnahmen, gaben 58 Prozent der Befragten an, dass ihr Unternehmen eigene E-Mail-Server betreibt. 35 Prozent seien dagegen Kunden eines SaaS-Providers beziehungsweise Clouddienstleisters. Von letzterem Unternehmenskreis wiederum ließen rund zwei Drittel wissen, dafür entweder Microsoft Office 365 oder die Google G-Suite zu nutzen. Somit ist fast ein Viertel aller Befragten Kunde bei diesen beiden amerikanischen Anbietern.

Wie Umfragen-Inititator mailbox.org [1] betont, konterkariert dieser relativ hohe Anteil der Nutzung der Microsoft- und Google-Angebote für die eigene unternehmenskritische IT-Infrastruktur wie E-Mail-Postfächer einen anderen Befund: den hohen Grad an Sensibilisierung für die Wichtigkeit von digitaler Souveränität, der in deutschen Unternehmen vorherrsche. So wurden die IT-Entscheider beispielsweise befragt, wie wichtig ihnen die Möglichkeit ist, die eigene IT selbstbestimmt zu nutzen und zu gestalten. Das stuften insgesamt 81 Prozent der Befragten als "eher" oder "sehr wichtig" für ihr Unternehmen ein. 76 Prozent sind sogar "eher" oder "voll und ganz" der Meinung, dass digitale Souveränität essenziell ist, um die Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens zu erhalten.

Jedoch ist der tatsächliche Grad an Unabhängigkeit von den Tech-Giganten eben eher gering: 64 Prozent der Befragten sind der Meinung, ihr Unternehmen ist "eher" oder "sehr abhängig" von großen Anbietern. Gleichzeitig gibt es allerdings nur teilweise fokussierte Anstrengungen, diese Abhängigkeiten zu reduzieren: Nur ein Drittel (33 Prozent) der Befragten gab an, dass ihr Unternehmen innerhalb des kommenden Jahres plant, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
29.11.2022/mh

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