Seite 2 - Retter in der Not: Einphasige USV-Systeme

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Seite 2 - Retter in der Not: Einphasige USV-Systeme

25.06.2009 - 00:00
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Kommunikationsfreudige USV-Systeme
Weil die kleinen einphasigen USV-Anlagen oft dezentral im Gebäude angeordnet sind, darf hier allerdings die regelmäßige Wartung nicht vergessen werden. Damit sie im Notfall uneingeschränkt einsatzbereit sind, müssen sie turnusmäßig überprüft werden. Praktisch alle USV-Anlagen, von der kleinsten einphasigen bis zur mehrere 100 kVA-großen dreiphasigen, lassen sich hierfür in ein Überwachungskonzept einbinden, damit Status oder Batteriezustand aktiv überwacht werden können. Dazu muss die USV jedoch verschiedene Schnittstellen unterstützen, um so mit der Außenwelt kommunizieren zu können. Eine breite Palette an Kommunikationsschnittstellen von USB und RS232 über TCP/IP und SNMP bis hin zu Modbus ist hier wünschenswert. Denn nur wenn alle Schnittstellen zur Verfügung stehen, kann der Anwender absolut flexibel seine bevorzugte Signalisierungsart wählen und gegebenenfalls bei Bedarf auch auf eine andere umstellen. Ist die Verbindung erst einmal hergestellt, kann das Gerät selbst an der abgelegensten Stelle jederzeit überwacht und administriert werden.


Wichtig bei einem einphasigen USV-Gerät ist eine breite Palette an Kommunikationsschnittstellen

Ein weiteres Feature, das nur wenige Hersteller serienmäßig anbieten, sind über Software beziehungsweise das Web schaltbare Ausgänge. Ist der Rechner mit der installierten USV-Software erst einmal abgestürzt, bleibt auch der Zugriff auf die angeschlossene USV verwehrt. Da hilft nur noch der Gang zum PC und sein Aus- und wieder Einschalten. Das ist aber besonders dann ungünstig, wenn der Administrator etwa am Wochenende per SMS informiert wird und sich gerade nicht in der Nähe aufhält, hierfür also extra anreisen muss. Ist die USV jedoch wie etwa im Falle der "PowerVario"-Modelle von Netwave mit Ausgangssteckdosen ausgestattet, die über TCP/IP schaltbar sind, kann der zuständige Mitarbeiter über das Internet den USV-Ausgang, an dem der abgestürzte Rechner angeschlossen ist, kurz aus- und wieder einschalten. Der PC fährt dann geregelt wieder hoch und lässt sich im Normalfall ohne direkten Zugriff weiter betrieben werden. Eine weitere hilfreiche Kontaktschnittstelle sind die EPO-Kontakte (Emergency Power Off). Im absoluten Notfall können diese über ein Zweidrahtkabel die gesamte USV augenblicklich komplett ausschalten und somit den angeschlossenen Verbraucher bei Bedarf schützen.

Das richtige Batteriemanagement
Für Batterien von Kleinsystemen, die oft in warmer Umgebung wie Schränken arbeiten, gilt es besonders zu bedenken, dass die Umgebungstemperatur eine große Rolle spielt für die Lebensdauer der in der USV eingebauten Batterien. Schon bei einer Erhöhung von durchschnittlich 20 auf 30 Grad Celsius vermindert sich die Lebensdauer der Batterien von zum Beispiel fünf Jahren auf rund drei Jahre oder weniger. Bei Kleinsystemen, die nicht bei den von Batterieherstellern empfohlenen Temperaturen arbeiten können, ist daher ein präventiver Austausch der Batterien in kürzeren Intervallen meist sinnvoll, was jedoch aufgrund der inzwischen annehmbaren Batteriepreise und der oftmals Hot-Plug-Fähigkeit der Batterien in der Regel unproblematisch ist.

Die richtigen Konzepte beim Laden können zudem die Lebensdauer der Batterien erhöhen. Aus Einsparungsgründen verbauen die meisten Hersteller leider immer noch billige Ladegeräte für die eingesetzten Batterien. Der dadurch erzeugte Gleichstrom wird durch teilweise sehr hohe Wechselstromüberlagerungen (Ripple) "verunreinigt", was zum einen zu einer zusätzlichen Erwärmung der Batterien führt und zum anderen das EMV-Verhalten der USV wesentlich verschlechtern kann. Ein anderer Weg ist hier deutlich sinnvoller: Der Batterieladestrom wird erst nach der Gleichrichtung und sauberen Filterung in der USV entnommen und durch einen DC-DC-Wandler auf die Ladespannung gebracht. Dadurch können die Batterien praktisch Ripple-frei und ohne zusätzliche Erwärmung geladen werden. Netzrückwirkungen lassen sich dadurch weitestgehend vermeiden.

Einphasige USV-Anlagen ergänzen IT-Umgebungen und die Gebäudetechnik wesentlich und sind keinesfalls zu vernachlässigen. Beim Kauf ist zu beachten, ob der Hersteller wichtige Features bereits in der Grundversion anbietet oder ob diese erst durch meist sehr teure Optionen dazu erworben werden müssen. Auch nützliches Zubehör, das zum Beispiel die MTTR (Mean Time To Replace) erheblich verkürzen kann, wie etwa Ausgangsverteilungen, externe Bypässe oder Parallel-Fähigkeitsollte bereits vor dem USV-Kauf preislich betrachtet werden, damit es beim späteren Zukauf nicht zu unangenehmen Überraschungen kommt. Einphasige parallel-fähige USV-Systeme in dieser Größenordnung bieten nur wenige Hersteller. Oftmals muss man die Parallel-Fähigkeit mit erheblichen Folgekosten bezahlen. Der Anbieter Newave bietet mit der PowerVario 4,5 kVA und 6 kVA dieses Feature schon in der Grundversion. Es ist lediglich noch ein kleines Bus-Kabel nötig, um bis zu vier dieser Gerätetypen parallel zu schalten und zwar einfach während des Betriebs – ohne Abschalten der Anlagen.

 

 


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ln/Holger Gyurcsy und Peter Jillich, Newave USV Systeme GmbH

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