IEEE 802.11


Die IEEE-Standard-Familie 802.11 beschäftigt sich mit drahtlosen lokalen Netzwerken (WLAN). Der 802.11-Standard definiert eine Version des MAC-Layers für diese Systeme zum Austausch von MSDUs über LLC-Verbindungen.

Zusätzlich enthält er:

  • Support für asynchrone und zeitgebundene Verteildienste
  • die Regelung der Dienstkontinuität in ausgedehnten Gebieten
  • die Anpassung der Übertragungsraten
  • die Unterstützung der meisten bestehenden Marktanwendungen
  • Multicastunterstützung
  • Netzwerk-Management-Dienste sowie
  • Anmeldungs- und Authentifizierungsdienste
  • seit 2012 die Zusammenschaltung von mehreren WLAN-Funkzellen zu einem Mesh, auch WDS genannt

Der IEEE 802.11-Standard unterstützt zwei verschiedene Arbeitsmodi, die verteilte Koordination (distributed coordination - DCF) und die zentrale Koordination (centralized point-coordination - PCF). Der IEEE 802.11-MAC wird auch DFWMAC genannt und beruht auf dem CSMA/CA-Verfahren.

Die Standards IEEE 802.11g und 802.11a/802.11h erlauben Übertragungsgeschwindigkeiten von 6-54 MBit/s. 802.11g arbeitet dabei im 2,4-GHz-Band, 802.11a/h bei 5,2 GHz. Proprietäre Produkte kombinieren mehrere Kanäle und erreichen dadurch bis zu 108 MBit/s.

Die 2009 verabschiedete Variante 802.11n erlaubt durch die Nutzung intelligenter Antennen den Durchsatz auf bis zu 600 MBit/s hochzutreiben. Verfügbar sind Produkte, die auf Basis dieses Standards 450 MBit/s anbieten. 802.11n arbeitet sowohl im 2,4-GHz-Band als auch im 5,2-GHz-Band.

802.11p ist eine Variante des veralteten 802.11a, die im Jahr 2010 für die V2X-Vernetzung im 5,9-GHz-Band spezifiziert wurde.

Von 2013 kam die Varaiante 802.11ac (bis 6900 MBit/s bei 5 GHz) hinzu. Sie wird von der Wi-Fi Alliance als Wi-Fi 5 bezeichnet. Dieser Standard sieht einen Einzelkanal-Durchsatz von bis zu 867 MBit/s vor. Dies wird durch eine gegenüber IEEE-802.11n größere Kanalbandbreiten bis 160 MHz und verbesserte Signalmodulation erreicht. Darüber hinaus sind bis zu acht Mehrfachverbindungen (8₧8 MIMO) in Download-Richtung vorgesehen. Rein rechnerisch ergäbe sich damit ein maximaler Durchsatz von 6933 Megabits pro Sekunde.

Ab Ende 2019 sollen Produkte nach 802.11ax (Wi-Fi 6) erhältlich sein. 802.11ax verfügt auch in Upload-Richtung über MIMO und MU-MIMO, nutzt OFDMA und Spatial Reuse. Damit ist es besonders auf eine effiziente Nutzung des Frequenzspektrums getrimmt, um besonders die Nutzung in Bereichen mit vielen Clients optimaler zu gestalten.

Der Standard 802.11ad (WiGig) erlaubt Datenraten von über 6 GBit/s, verwendet dafür aber ein Frequenzband bei 60 GHz, wodurch nur kurze Übertragungen von bis zu 10 m möglich sind. Bisher ist es praktisch bedeutungslos. Trotzdem soll das noch ausstehende 802.11ay sogar bis zu 100 GBit/s über kurze Strecken ermöglichen.

Dagegen soll der Standard 802.ah unlizensierte Frequenzbänder unterhalb von 1 GHz benutzen und dort zwar geringe Datenraten aber eine gute Reichweite durch gute Durchdringung von Hindernissen bieten und sich so als Medium für das IoT qualifizieren.

Siehe auch:
HIPERLAN
IEEE 802
WEP
WLAN Access Point

0-9|A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M|N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z|alle

Suche im Lexikon nach im

 

Fachartikel

Der historische Wandel der digitalen Transformation [3.06.2020]

Der Begriff "Digitale Transformation" kursiert erst seit wenigen Jahren in unserem Sprachgebrauch – und doch haben in der jüngeren Geschichte mehrere wellenartige digitale Transformationen ihre Spuren hinterlassen. Angefangen bei den Großrechnern von IBM in den 1950er-Jahren bis zur heutigen Datenspeicherung in der Cloud. Ein Blick in die Historie zeigt, dass die Digitale Transformation kein einmaliger Schritt, sondern ein laufender Prozess ist, getrieben von der kontinuierlichen Entwicklung der Technologien, die Unternehmen neue Möglichkeiten bietet und zugleich vor neue Herausforderungen stellt. [mehr]

Grundlagen

Terminalserver [4.05.2019]

In unserer Grundlagen-Rubrik erklären wir wichtige Aufgaben und Technologien aus dem Arbeitsalltag eines Netzwerk- und Systemadministrators. Hier erfahren Sie anhand prägnanter Erklärungen zu den wichtigsten Begriffen des jeweiligen Themenfeldes Hintergründe und Zusammenhänge in kompakter, praxisnaher Form.

Der Terminalserver ist eine Software, die in einem Netzwerk auf einem zentralen Rechner (Host) installiert ist und Applikationen über das Netzwerk mehreren Clients zur Verfügung stellt. Der Client erhält vom Terminalserver lediglich grafische Information und stellt diese dem Anwender dar. Die Applikationen selbst sind also auf dem Terminalserver installiert und müssen daher auch in der Lage sein, in einer solchen Umgebung eingesetzt zu werden. Auch die Speicherung der Daten erfolgt auf dem Host. [mehr]