Fachartikel

Asset-Management mit Snipe-IT (1)

Vielen Asset- und Dokumentationslösungen mangelt es an Funktionen für das Benutzer- und Lizenzmanagement. Außerdem wünschen sich Administratoren komfortable Zugriffsmöglichkeiten per Mobilgerät. Das und mehr verspricht die Open-Source-Umgebung Snipe-IT, deren Leistungsdaten und die Inbetriebnahme dieser dreiteilige Workshop beleuchtet. In der ersten Folge werfen wir einen Blick auf die Leistungsmerkmale von Snipe-IT und erklären, wie Sie die Inbetriebnahme vorbereiten.
Durchgezählt – beim Erfassen von Software-Installationen und Lizenzen spielt Snipe-IT seine Stärken aus.
Leistungsmerkmale von Snipe-IT
Ein Blick auf die Features der Open-Source-Asset-Management-Plattform "Snipe-IT" [1] zeigt schnell, dass sich deren Ansatz von vielen anderen abhebt. Der webbasierten Umgebung lässt sich mit einem Klick die Zuordnung von Assets, Personen und Standorten entnehmen. Ein Klick auf einen Eintrag öffnet die vollständige History, die Sie darüber informiert, welche Aufgaben einem Asset bereits zugewiesen wurden. Ein Asset kann je nach Typ unterschiedliche Statusinformationen aufweisen. Und natürlich lassen sich diese Informationen – genauso wie die Zuordnung und der Standort – einfach verändern. Mithilfe von Asset-Gruppen vereinfacht sich die Verwaltung der Elemente.

Das Eintragen eines neuen Elements ist mit minimalem Aufwand möglich – Stichwort One-Click-Check-in. Laufen Lizenzen ab, erfolgt ein Hinweis an den Administrator und den betreffenden Mitarbeiter. Für den Administrator vereinfacht sich die Verwaltung dank leistungsfähiger Import- und Exportfunktionen. Snipe-IT kann QR-Codes generieren, um dann die Assets beispielsweise mit Etiketten zu versehen.

Mit benutzerdefinierten Statusmarkierungen können Sie den Elementen nahezu jeden beliebigen Status zuweisen – gleichgültig, ob ein Asset sich in der Reparatur oder Diagnose befindet, ob es verloren gegangen ist oder gestohlen wurde.


Bild 1: Das Snipe-IT-Dashboard präsentiert einen Überblick über die verschiedenen Assets, die Lizenzen,
die Verbrauchsgüter und die letzten Aktivitäten.

Im Unterschied zu anderen Asset-Management-Plattformen verfügt Snipe-IT über eine Benutzerverwaltung, die Sie beispielsweise durch den Import von CSV-basierten Daten und über die Anbindung an einen LDAP-Server mit Daten speisen. Snipe-IT unterstützt auch den Bulk-Import. Die Benutzerverwaltung bietet außerdem Benutzerrollen mit unterschiedlichen Zugriffsebenen.

Snipe-IT unterscheidet sich in einem weiteren Punkt von anderen Produkten: Die Plattform verfügt über eine Software-Lizenzverwaltung. Sie können sogar Verbrauchsmaterialien und Zubehör mit Snipe-IT verwalten, also Tastaturen, Mäuse, Kabel und Verbrauchsmaterialien wie Toner und Kopierpapier.

Aktuell arbeitet das Entwicklerteam nach eigenen Angaben mit Hochdruck an der Verbesserung der mobilen Asset-Verwaltung. Als webbasierte Umgebung kann Snipe-IT auf jedem beliebigen Webserver und macOS, Linux und Windows ausgeführt werden. Eine Backupfunktion ist in Snipe-IT ebenso enthalten wie benutzerdefinierte Berichte.
Inbetriebnahme vorbereiten
Snipe-IT setzt einen Standard-Webserver mit einer PHP-Installation ab Version 7.1.2 voraus. Auf Seiten der PHP-Installation müssen folgende Erweiterungen verfügbar sein: OpenSSL, PDO P, Mbstring, Tokenizer, cURL, MySQL und LDAP. Als Datenbankserver kommen MySQL und MariaDB in Frage. Eine weitere Voraussetzung ist MCrypt. Für aktuelle CentOS/RedHatund Debian/Ubuntu-Systeme, auf denen noch keine Website eingerichtet ist, steht ein Installer zur Verfügung, den Sie wie folgt ausführen:
wget https://raw.githubusercontent.com/snipe/snipe-it/master/ 
install.sh chmod 744 install.sh ./install.sh
Wenn Sie diesen Weg nicht einschlagen wollen oder können, weil Sie beispielsweise eine andere als die aufgeführten Serverplattformen verwenden, müssen Sie Snipe-IT manuell installieren. Dazu sind nur wenige Schritte erforderlich, die in der Regel kaum mehr als eine halbe Stunde Zeit beanspruchen. Die Inbetriebnahme auf anderen Umgebungen ist einfach: Entpacken Sie dazu das Snipe-IT-Archiv in das Root-Verzeichnis Ihres Webservers und konfigurieren Sie die Umgebung.

Nach dem Download des Snipe-IT-Archivs sind noch vier weitere Schritte erforderlich: Zunächst müssen Sie eine neue MySQL/MariaDB-Datenbank anlegen, dann die Konfigurationsdateien der Umgebung anpassen, die Abhängigkeiten mittels Composer installieren und abschließend die Webserver-Konfiguration anpassen. Für Evaluierungszwecke stehen bislang leider keine ISO- oder Turnkey-Images zum Download bereit. Ein Bitnami-Paket ist indes angekündigt.

Im ersten Teil des Workshops werfen wir einen Blick auf die Leistungsmerkmale von Snipe-IT und erklären, wie Sie die Inbetriebnahme vorbereiten. In der zweiten Folge dreht sich alles um die Konfiguration und wie Sie die Session-Einstellungen optimieren. Im dritten Teil des Workshops widmen wir uns den Mechanismen des Asset-Managements und zeigen, was Sie bei der Arbeit mit dem Dashboard und der Importfunktion beachten sollten.
7.03.2022/jp/dr/ln/Dr. Holger Reibold

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