Fachartikel

Seite 2 - Automatisierung der Netzwerkdokumentation

Skalierbarkeit schafft klaren Durchblick
Neben dieser kollaborativen Arbeitsweise ist auch ein dynamischer Betrachtungsbereich hilfreich, um schnell zu einer guten Lösung zu finden. Administratoren können sich vor einer Flut unnötiger Informationen schützen, indem sie kontextorientierte Sichtweisen auf die betreffenden Netzwerksegmente mittels dynamischer Ansichten der Data Views auswählen.

Die Perspektive ist via Data Views auf den Dynamic Maps beliebig skalierbar und umfasst neben systemeigenen Daten auch die Daten der Lösungen von Drittanbietern. Eine derart strukturierte Darstellungsweise der Netzwerkkomponenten schützt Administratoren davor, Komponenten und Verbindungen bei der Fehlersuche zu übersehen oder Optimierungspotenziale auszulassen. Auch die Darstellung der Verbindungen in andere Netzwerke ist von großem Nutzen, besonders bei heterogenen Netzwerkstrukturen und der Einbindung von Software Defined Networks (SDN).

Statische Playbooks als Wissensbecken für Problemlösungen
Um außer den Netzwerkverbindungen auch erfolgreiche Lösungswege und Routineprozesse – wie das Initiieren, Beenden, Überwachen oder Debuggen des Systems – zu sammeln, zu archivieren und zu ordnen, werden sogenannte Playbooks angelegt. Dadurch müssen bei wiederholt auftretenden oder ähnlich gelagerten Situationen die Standardprozesse nicht jedes Mal aufs Neue entwickelt werden.

Diese Art der Wissenssicherung bei der Netzwerkanalyse funktioniert jedoch statisch, was wiederum folgende Nachteile mit sich zieht: Die verschiedenen Playbooks stellen nur die zu einem bestimmten Zeitpunkt gesicherten Wissensstände dar und sind dadurch schnell nicht mehr aktuell. Hinzu kommt, dass Playbooks lediglich Teilbereiche der Problemlösungen abdecken können, wodurch Netzwerkexperten schnell falsche Schlüsse ziehen können, so die dokumentierte Situation signifikante Einflussfaktoren außer Acht lässt.

Weitere Hürden ergeben sich durch die oftmals aufwändige Suche der Playbooks, die zum Teil noch als physische Bücher vorgehalten werden. Dadurch geht im Ernstfall zu viel kostbare Zeit verloren, die die Unternehmen teuer zu stehen kommt. Die daraus resultierende Umsetzung zusammenhangsloser, komplett verschiedener Ansätze zur Problemlösung führen allzu oft nicht zu den angestrebten Resultaten.

Runbooks als dynamische Nachfolger der Playbooks
In der Weiterentwicklung der Playbooks stellen sogenannte Runbooks die nächste Evolutionsstufe dar. Ähnlich ihrer Vorgänger sammeln diese Anweisungen und Prozeduren zu Problemlösungen – jedoch im Gegensatz zu den Playbooks als digitaler Bestandteil einer dynamischen, automatisierten Netzwerkdokumentation. Sie lassen sich sehr einfach aktualisieren, sind dadurch stets auf dem neuesten Stand und eröffnen durch ihre Integration in das Dokumentationssystem zudem zahlreiche neue Funktionen.

Unterschiedliche Netzwerkexperten können zur selben Zeit an der Lösung von Problemen und der Optimierung des Status quo tüfteln, also alle Teams gleichzeitig auf alle digital gespeicherten Informationen zugreifen. Wie oben bereits erwähnt, wird somit in den Runbooks das Wissen der Mitarbeiter festgehalten – und nicht nur die Netzwerkpläne und Diagramme. Gerade in Zeiten des Mangels an qualifizierten Fachkräften oder während der Urlaubszeit ist dies ein nicht zu unterschätzender Aspekt und ein Qualitätsmerkmal der Netzwerkdokumentation.

Fazit
Die traditionelle, manuelle Erfassung von Netzwerken, die riesige, unübersichtliche Diagramme generiert, hat sich ebenso überlebt wie die manuelle Fehlersuche. Moderne Lösungen automatisieren buchstäblich "just in time" das gesamte Netzwerk mit jeder neu hinzugefügten Komponenten, halten umfangreiches Wissen vor, beschleunigen massiv die Fehlersuche und erleichtern so nicht nur das Leben der IT-Mitarbeiter im Unternehmen, sondern helfen den Unternehmen ihre IT-Kosten – auch die Kosten von Netzwerkausfällen – zu senken.

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12.06.2019/ln/Christian Köckert, Pre Sales Engineer bei NetBrain Technologies

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