Fachartikel

Im Test: Micro Focus Open Enterprise Server 2018

Der Open Enterprise Server von Micro Focus verspricht Unternehmen eine umfassende, vielseitige IT-Schaltzentrale inklusive Verzeichnisdienst und Cloudspeicher. IT-Administrator fühlt der Sammlung von Netzwerkdiensten auf den Zahn. Besonders die Storage-Optionen und die leichte Verwaltbarkeit der Serverdienste haben wir uns näher angesehen.
NetIQ und der iManager ermöglichen die effiziente Verwaltung von eDirectory, das eine Kernapplikation in OES ist.
Im Geschäft mit großen Konzernen sind die Volumen für Einzelaufträge hoch, sodass sich viel Geld machen lässt. Manche Dienstleister haben daher vorrangig die großen Tanker im vertrieblichen Visier. Freilich lässt sich mit IT-Dienstleistung auch beim deutschen Mittelstand gutes Geld verdienen. Anders als große Unternehmen verfügen KMUs aber in der Regel weder über umfassende IT-Infrastrukturen noch über Personal, um solche aufzubauen und zu betreiben.

Seit einigen Jahren gibt es deshalb einen deutlichen Trend: Unternehmen mit All-Inclusive-Lösungen ködern KMUs mit dem Versprechen, ihnen den größten Teil der IT-Arbeit in Form eines fertigen Produkts abzunehmen. In dieses Horn stößt Micro Focus mit seinem Open Enterprise Server (OES): die eierlegende Wollmilchsau im Kleinbüro bei möglichst geringem Wartungsaufwand.

Fünf Testschwerpunkte
Wir haben uns das Produkt in fünf Kategorien vorgeknöpft. Obgleich Fragen nach der Inbetriebnahme sonst meist nicht zum Testumfang gehören, bildet diese im Test dennoch das erste Kriterium. Denn gerade weil in kleinen Firmen, in denen die IT nur ein Nebengeschäft ist, oft keine IT-Profis zur Verfügung stehen, ist die Frage nach der Einfachheit der Inbetriebnahme und der Nutzung relevant.

Beim zweiten Kriterium geht es darum, welche Funktionen sich mittels OES ab Werk abdecken lassen, welche Möglichkeiten sich Anwendern also bieten, wenn sie sich für das Produkt entscheiden. Der dritte Aspekt geht der Frage nach, wie gut sich ein OES-Setup sinnvoll gegen Ausfälle absichern lässt und welche Möglichkeiten zur Redundanz das Produkt bietet. Daran schließt das vierte Kriterium an: Wie gut lässt sich OES überwachen, welche Werkzeuge hat es für diese Aufgabe ab Werk bereits an Bord und welche Optionen für die Überwachung von außen sind leicht zu integrieren?

Beim fünften und letzten Kriterium geht es schließlich um die Möglichkeiten, OES mit anderen Protokollen und Diensten zu kombinieren – wie gut passt der Dienst sich an bestehende Implementierungen an, wie gut ist er integrierbar?

Fazit
Micro Focus bemüht sich erkennbar, dem etwas angestaubten Novell Netware neues Leben einzuhauchen. Der Open Enterprise Server kommt als umfassende Lösung für das Betreiben eines zentralen Verzeichnisdienstes daher, der als Alternative zu LDAP & Co. durchaus bestehen kann. Naturgemäß richtet sich das Werkzeug eher an Windows- und Mac-Umgebungen, wobei sich auch Linux-Server mit dem eDirectory und der darum gebauten Toolchain verwenden lassen.

Hochverfügbarkeit und Monitoring bietet OES grundsätzlich, die jeweiligen Funktionen sind aber ausbaufähig. Ganz klar nicht sein möchte OES eine Groupware. Wer auf der Suche nach einer zentralen Instanz für Geräte- und Nutzerverwaltung mit zusätzlichen Diensten ist, sollte sich OES genauer anschauen – auch wenn das Produkt den Staub der Vergangenheit nicht ganz abschütteln kann. Dafür steht SLES 12, das die Basis für OES bildet, quasi symbolisch.

Den kompletten Test finden Sie in Ausgabe 05/2020 ab Seite 24.
27.04.2020/ln/Martin Loschwitz

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