Fachartikel

Leistungsüberwachung von Windows Server 2019 (3)

Auch unter Windows Server 2019 gibt es Faktoren, die die bestmögliche Leistung des Systems negativ beeinträchtigen können. So die Zugriffsgeschwindigkeit der physischen Datenträger, die für alle laufenden Prozesse zur Verfügung stehende Speichermenge, die Prozessorgeschwindigkeit und der Datendurchsatz der Netzwerkschnittstellen. Mangelt es hier an Performance, stehen zur Überprüfung passende Bordmittel bereit. Im dritten Teil zeigen wir auf, wie Sie die Prozessorauslastung optimieren und dass auch der gute alte Task-Manager bei der Performance-Analsyse noch nicht ausgedient hat.
Mit den richtigen Tools sorgen Sie dafür, dass die Leistung bei Windows Server 2019 im grünen Bereich liegt.
Prozessorauslastung messen und optimieren
Auch die Prozessorleistung kann einen Flaschenhals darstellen. Zu wenig Hauptspeicher kann die Konsequenz haben, dass auch der Prozessor sehr stark belastet wird. Die Auslastung ist kein Problem, wenn sie gelegentlich kurzzeitig über 90 Prozent liegt. Gefährlich wird es, wenn die Auslastung über längere Zeiträume in diesem Bereich liegt, aber auch dann ist bei der Analyse noch Vorsicht angesagt, da nicht unbedingt ein Problem vorliegt.

Bei Mehrprozessorsystemen gilt das Augenmerk vor allem den Leistungsindikatoren der Leistungsüberwachung aus dem Objekt "System". Dort werden Informationen von mehreren Systemkomponenten zusammengefasst. Sie ermitteln dort beispielsweise die Gesamtbelastung aller Prozessoren. Ergänzend ist aber auch hier der Leistungsindikator "Prozessorzeit" des Objekts "Prozessor" von Bedeutung. Laufen viele verschiedene Prozesse, ist eine einigermaßen gleichmäßige Lastverteilung fast sicher. Bei einem einzelnen Prozess ist dagegen die Aufteilung in einigermaßen gleichgewichtige Threads wichtig. Ein Thread ist eine Ausführungseinheit eines Prozesses. Verwendet ein Prozess mehrere Threads, können diese auf unterschiedlichen Prozessoren ausgeführt werden. Die Verteilung erfolgt entsprechend der Auslastung der einzelnen Prozessoren durch das System. Eine hohe Zahl von Warteschlangen bedeutet, dass mehrere Threads rechenbereit sind, ihnen aber vom System noch keine Rechenzeit zugewiesen wurde. Die Faustregel für diesen Wert lautet, dass er nicht allzu häufig über "2" liegen sollte. Wenn die Auslastung des Prozessors im Durchschnitt relativ gering ist, spielt dieser Wert nur eine untergeordnete Rolle.

Eine konstant hohe CPU-Nutzungsrate macht deutlich, dass der Prozessor eines Servers überlastet ist. Kontrollieren Sie in der Leistungsüberwachung den Leistungsindikator "Prozessor: Prozessorzeit (%)". Dieser misst die Zeit, die die CPU zur Verarbeitung eines Threads benötigt, der sich nicht im Leerlauf befindet. Ein konstanter Status von 80 bis 90 Prozent ist dabei zu viel. Bei Multiprozessorsystemen sollten Sie für jeden Prozessor eine eigene Instanz dieses Leistungsindikators überwachen. Dieser Wert stellt die Summe der Prozessorzeit für eine bestimmte CPU dar.

Zusätzliche Informationen zur Prozessornutzung erhalten Sie über "Prozessor:Privilegierte Zeit (%)". Dieser Wert gibt den prozentualen Zeitanteil an der Gesamtzeit an, die der Prozessor benötigt, um Windows-Kernelbefehle auszuführen, wie die etwa Verarbeitung von E/A-Anforderungen von SQL Server. Ist dieser Leistungsindikator bei hohen Werten für die Leistungsindikatoren "Physischer Datenträger" dauerhaft hoch, sollten Sie die Installation eines schnelleren oder effizienteren Datenträgers planen.

Zusätzlich ermittelt "Prozessor: Benutzerzeit (%)" den prozentualen Anteil an der Gesamtzeit, die der Prozessor benötigt, um Benutzerprozesse etwa des SQL-Servers auszuführen. "System:ProzessorWarteschlangenlänge" zählt die Threads, die auf Prozessorzeit warten. Ein Prozessorengpass entsteht, wenn die Threads eines Prozesses mehr Prozessorzyklen benötigen, als zur Verfügung stehen. Wenn viele Prozesse versuchen, Prozessorzeit zu beanspruchen, sollten Sie einen schnelleren Prozessor installieren.
Task-Manager nutzen
Ein weiteres wichtiges Werkzeug für die Analyse der Performance ist der Windows Task-Manager. Er liefert folgende Messwerte, die der Analyse dienlich sind:

  • Prozesse: Gibt einen Überblick über die aktuell laufenden Anwendungen. Angezeigt wird der Status dieser Programme. Darüber hinaus können Sie über das Kontextmenü der Anwendungen steuern, wie diese angezeigt werden sollen. Außerdem können Sie hier laufende Applikationen (Tasks) beenden.
  • Leistung: Gibt einen schnellen Überblick zum aktuellen Leistungsverbrauch des Computers. Dahinter verbirgt sich ein kleiner Systemmonitor, der die wichtigsten Informationen zur Systemauslastung in grafischer Form zur Verfügung stellt. In kleinen Fenstern wird die Auslastung der CPU und des Speichers zum aktuellen Zeitpunkt und im Zeitablauf dargestellt. Darunter findet sich eine Fülle von Informationen rund um die aktuelle Speichernutzung.
  • Benutzer: Liefert Informationen über die aktuell gestarteten Programme der angemeldeten Benutzer.
  • Details: Hier erhalten Sie einen Überblick über die derzeit aktiven Prozesse. Dabei handelt es sich nicht nur um Anwendungen, sondern auch um alle Systemdienste, die im Hintergrund ausgeführt werden. Zu jedem dieser Prozesse werden Informationen über die Prozess-ID (PID), den aktuellen Anteil an der Nutzung der CPU, die insgesamt in dieser Arbeitssitzung konsumierte CPU-Zeit sowie die aktuelle Speichernutzung angezeigt. Gerade diese letzte Information ist von besonderem Interesse, da sie zeigt, in welchem Umfang Anwendungen den Hauptspeicher tatsächlich nutzen – ohne dass Sie komplexe Parameter überwachen müssen.
  • Dienste: Zeigt Informationen zu den Systemdiensten an.
Fazit
Stimmt bei Windows-Servern die Leistung nicht, sollte der Griff zum Ressourcenmonitor helfen, das Problem zumindest einzugrenzen, wenn nicht sogar eindeutig zu identifizieren. Ergänzende Informationen liefert Ihnen der Task-Manager und kostenlose Tools helfen, wenn Sie einmal ganz tief im Arbeitsspeicher wühlen müssen, um den Server wieder flott zu machen.

Im ersten Teil des Workshops haben wir uns angeschaut, wie wir die Leistungsüberwachung einrichten, Indikatorendaten beobachten, Sammlungssätze nutzen und Speicherengpässe beheben. In der zweiten Folge beschäftigten wir uns damit, wie Sie das Active Directory mit der Leistungsüberwachung diagnostizieren und wie Sie Laufwerke, Datenträger und Arbeitsspeicher stets im Blick behalten.
16.08.2021/jp/ln/Thomas Joos

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