Meldung

Deutsche Firmen investieren am meisten in Cyber-Sicherheit

Die Ergebnisse des Hiscox Cyber Readiness Reports 2021 zeigen eine zunehmende Sensibilisierung für Cyber-Gefahren: Zwar stieg der Anteil deutscher Unternehmen mit mindestens einer Cyber-Attacke auf 46 Prozent (2020: 41 Prozent), aber auch die Zahl der gut vorbereiteten Cyber-Experten erhöhte sich auf 21 Prozent (2020: 17 Prozent).
Deutsche Unternehmen haben ihre Investitionen in Cyber-Sicherheit deutlich aufgestockt.
Im internationalen Vergleich investieren die befragten deutschen Unternehmen zudem am meisten in Cyber-Sicherheit – 62 Prozent mehr als im Vorjahr. Wie wichtig ein umfassendes Sicherheitskonzept ist, machen die hohen Kosten im Schadenfall deutlich: Deutsche Firmen verzeichneten im vergangenen Jahr unter allen acht Ländern die höchsten mittleren Gesamtkosten durch Cyber-Angriffe. Auch die teuerste Einzelattacke mit Kosten von über 4,6 Millionen Euro traf ein Unternehmen in Deutschland.

Um sich vor existenzbedrohenden Schadensfällen zu schützen, hat ein Großteil der befragten Firmen die Relevanz der Absicherung durch eine Cyber-Police erkannt, nur noch 15 Prozent gaben an, dass sie an eine solchen Versicherung keinerlei Interesse hätten – im letzten Jahr lag dieser Wert noch um zehn Prozentpunkte höher (2020: 25 Prozent).

Wandel der Arbeitswelt birgt zusätzliche Risiken
57 Prozent der befragten deutschen Unternehmen gaben an, derzeit pandemiebedingt im Home Office zu arbeiten, vor der Pandemie war dies bei lediglich 15 Prozent der Fall. Der Umzug zahlreicher Firmen von Büroräumen in die heimischen vier Wände erhöht die Gefahr, durch ungesicherte Einfallstore Opfer eines Cyber-Angriffs zu werden.

Dies schlägt sich auch in den prozentualen Angriffszahlen nieder: War die Anzahl der Unternehmen mit mindestens einem erlebten Cyber-Angriff in 2020 erstmals seit der Erhebung des Cyber Readiness Reports zurückgegangen und betrug nur 41 Prozent, stieg sie im aktuellen Report in Deutschland um fünf Prozentpunkte auf 46 Prozent an (International: 43 Prozent).

Gesteigerte Investitionen in Cyber-Sicherheit
Deutschland verzeichnet auch in diesem Jahr international die höchsten mittleren Kosten pro Schadenfall. Im Mittel gaben die befragten Unternehmen in Deutschland an, 21.818 € bei einem erfolgreichen Angriff begleichen zu müssen (international: 11.944 €). Wohl auch angesichts dieser hohen zu erwartenden Schadenkosten sind die Investitionen in eine Absicherung bei deutschen Unternehmen sehr kräftig um 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Cyber-Expertise deutscher Unternehmen steigt
Die Investitionen in Cyber-Sicherheit zeigen Wirkung: Gemessen an den Kriterien Strategie, Ressourcen, Technologie und Prozesse zählt nur noch ein gutes Viertel (27 Prozent) der befragten deutschen Unternehmen zu den sogenannten Cyber-Anfängern (2020: 66 Prozent). 53 Prozent werden mittlerweile als Cyber-Fortgeschrittene klassifiziert (2020: 18 Prozent) und auch der Anteil an Cyber-Experten stieg von 17 Prozent im Vorjahr auf nun 21 Prozent an.

Sowohl kleine als auch mittlere Unternehmen holen laut Hiscox Cyber Readiness Report 2021 [1] bei der Cyber-Expertise also kräftig auf: 20 Prozent der Betriebe mit bis zu 49 Mitarbeitern zählen laut der aktuellen Erhebung zu den Cyber-Experten. Firmen mit 50 bis 250 Mitarbeitern kommen auf einen Expertenanteil von 18 Prozent, Unternehmen ab einer Größe von 250 Mitarbeitern erreichen in diesem Jahr 23 Prozent.

Damit macht Deutschland im internationalen Vergleich drei Plätze gut und liegt in diesem Jahr auf dem dritten Rang hinter den USA (Cyber-Experten: 25 Prozent) und Großbritannien (23 Prozent). Gleichauf liegt Frankreich (21 Prozent), dahinter folgen Irland (20 Prozent), Belgien und die Niederlande (jeweils 16 Prozent). Schlusslicht ist wie im letzten Jahr Spanien mit einem Cyber-Experten-Anteil von nur 9 Prozent.
19.04.2021/dr

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