Fachartikel

Im Test: Synology DiskStation Manager 6.2

Wenn es um NAS-Systeme für kleinere Umgebungen geht, fällt unweigerlich der Name des taiwanesischen Herstellers Synology. Etwas mehr als 500 Mitarbeitern gelingt es, deutlich größeren Wettbewerbern zunehmend Marktanteile abzuluchsen. Wesentlichen Anteil an diesem Erfolg hat das Linux-basierte Betriebssystem DiskStation Manager, kurz DSM. IT-Administrator hat sich die Software im Test genauer angeschaut, um hinter das Erfolgsgeheimnis zu kommen.
Das Webinterface von DiskStation Manager 6.2 präsentiert eine schnörkellose Funktionalität.
Für die Administration der NAS-Geräte hat der Hersteller mit DiskStation Manager (DSM) ein ausgesprochen leistungsfähiges System entwickelt, das über ein benutzerfreundliches Webinterface verwaltet wird. Im Zentrum des Systems stehen die umfangreichen Sicherungsfunktionen. Mit der Datensicherung fertigen Nutzer Backups ihrer Dateien auf Netzwerkclients, in VMware-Installationen und bei SaaS-Anwendungen an. Dabei präsentiert sich DSM, aktuell in Version 6.2, flexibel und es lassen sich beliebige Verzeichnisse auf Linux-, macOS und Windows-Systemen sichern. Mit dem Modul "Active Backup for Business" schützen Anwender beliebige Server, PCs und virtuelle Maschinen. Für Office-365- und G-Suite-Anwendungen stehen außerdem spezielle Sicherungsmechanismen zur Verfügung.

Mit Hilfe der Synchronisationsfunktionen lassen sich beliebige Netzwerkclients zentral sichern. Dabei spielt die Funktion Synology Drive eine besondere Rolle. Das Modul vereint die verschiedenen Datenquellen und erlaubt so einen plattformübergreifenden Dateiabgleich. Synology Drive ermöglicht in Verbindung mit Synology Office ferner die gemeinsame Bearbeitung typischer Office-Dateien. Mit der Funktion Filestation richten Administratoren daneben eine netzwerkweite Freigabe samt Vergabe von Zugriffsrechten ein. Alle Dateien sind über den Punkt "Universal Search" auffindbar, wobei die systemweite Suche Dateien sowie DSM-Anwendungen und deren Inhalte indiziert.

Zur Daten- und Systemsicherung stehen ein Snapshot-Replikations- und ein High-Availability-Mechanismus zur Verfügung. Mit Hilfe von "Hyper Backup" lassen sich beliebige Daten geplant sichern. Hierfür stehen eine Datenverschlüsselung, Komprimierung und Integritätsprüfungen zur Verfügung. Clients können mit dem "Hyper Backup Explorer" derweil die Sicherungen durchsuchen und Daten bei Bedarf herunterladen. DSM trägt auch der wachsenden Bedeutung der Virtualisierung Rechnung. Mit dem "Virtual Machine Manager" verfügt das System über eine Hypervisor-Software, die das Hosting von VMs auf dem NAS erlaubt. Auch Docker-Container kann DSM ausführen.

Auf den ersten Blick verbinden Nutzer Synology mit Storage-Systemen, doch DSM bietet mehr: In der Linux-basierten Umgebung sind verschiedene Produktivitätslösungen integriert, die ein NAS in ein vollwertiges Groupware-System verwandeln. Anwendern stehen so ein voll ausgestatteter Mailserver sowie Chat- und Kalenderfunktionen zur Verfügung. Das Office-Modul erlaubt die Echtzeitkooperation an Dokumenten, mit "Note Station" verwalten Nutzer team- oder unternehmensweit Notizen, Dokumente et cetera. DSM berücksichtigt zudem die wachsende Bedeutung von Clouddiensten und es lassen sich verschiedene Onlineservices nutzen – lokal und global. Bezüglich der administrativen Funktionen bietet der DSM alles, was in typischen Konstellationen nötig ist.

Ein Highlight ist zweifelsohne das "Paketzentrum": Es erlaubt den Download von mehreren Dutzend Add-ons, mit denen Admins die Kernfunktionen des Synology-Systems um weitere Serverdienste und Applikationen aufbohren können.

Fazit
Synology-Kunden erhalten mit DSM ein vorzügliches Werkzeug für die Administration der eigenen NAS-Systeme. Über die benutzerfreundliche GUI wird die Systemadministration fast zum Kinderspiel. Dank der umfangreichen Erweiterungsmöglichkeiten kann das Speichersystem alle typischen in Unternehmen und Teams benötigten Dienste offerieren – eine leistungsfähige Hardware natürlich vorausgesetzt.

Den kompletten Test finden Sie in Ausgabe 07/2019 ab Seite 24.
24.06.2019/dr/Dr. Holger Reibold

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