Fachartikel

Datenmanagement: Fünf Leitfragen an IT-Administratoren

Dass es für die IT nicht mehr ausreicht, zuverlässige Infrastrukturen und Anwendungen bereitzustellen, ist nicht neu. Auch nicht, dass sie immer mehr zu einem Unterstützer von Geschäftsprozessen werden soll. Um dieses Ziel zu erreichen, spielt das Thema Datenmanagement eine zentrale Rolle. Denn um fundierte Entscheidungen treffen zu können, bedarf es übersichtlicher, einfach abrufbarer und vollständiger Informationen. Wie das in der Praxis umsetzbar ist, erklärt der Beitrag anhand von fünf Leitfragen.
Damit Unternehmen vernüftig mit Daten arbeiten können, muss auch die IT richtig aufgestellt sein.
Für Unternehmen wird ein intelligenter und effizienter Umgang mit Daten immer wichtiger. Schließlich bilden sie die Basis für zahlreiche Geschäftsprozesse. IT-Verantwortliche sollten beim Datenmanagement fünf Punkte beachten, damit Verantwortliche und Angestellte des Unternehmens einfach auf sichere Daten zugreifen und daraus Mehrwert schaffen können.

Werden Ihre Daten von verschiedenen Anwendungen gemeinsam genutzt oder hat jede Anwendung ihre eigenen dedizierten Ressourcen?
In den meisten Unternehmen haben sich verschiedene Datenpools entwickelt. Dies liegt hauptsächlich an historisch gewachsenen Infrastrukturen und Anwendungen, deren Architektur auf siloartigen Strukturen aufgebaut ist. Obwohl die Virtualisierung den Betrieb komplexer IT-Umgebungen stark vereinfacht hat, ist dies noch nicht bis in die Anwendungsebene durchgedrungen. So verwenden Backend-Systeme wie Datenbanken über Middleware bis zu Frontend-Systemen wie Webserver häufig ihre eigenen Datensilos.

Diese werden bei der Migration in die Cloud meist übernommen. So stehen Unternehmen vor der Herausforderung, vom Außenstandort über die eigenen Rechenzentren bis zu den Cloud-Hyperscalern unabhängige Datensilos zu verwalten. In diesem Fall sollten sie in einem iterativen Prozess ihre Infrastrukturen konsolidieren. Hier sind Tools einzusetzen, die alte und neue Workloads bewältigen können, ob on-premises oder in der Cloud, um einen einheitlichen Datenpool zu schaffen, der umfassende und zuverlässige Informationen liefert.

Wie viele Kopien Ihrer Daten gibt es? Wissen Sie, wo Sie die Kopien aufbewahren, wer sie besitzt und verwaltet, wer Zugriff darauf hat und was sie kosten?
Häufig gibt es in Unternehmen an verschiedenen Orten mehrere Kopien der gleichen Daten. Dies erhöht direkt die Speicherkosten. Die Datenkopien werden durch Test- und Entwicklungsumgebungen, Sicherungen, siloartige Anwendungen, Archive und regulatorische Anforderungen erzeugt. So geben laut IDC-Studien die Unternehmen bis zu 60 Prozent des Speicherbudgets alleine für die Verwaltung von Kopien aus.

Diese Situation verschlimmert sich durch die Cloudmigration häufig sogar. Gerade in der aktuellen Pandemie setzen Unternehmen vermehrt auf SaaS-Angebote wie Microsoft 365. So entstehen etwa bei Office und Outlook jeweils eigene Datensilos on-premises und in der Cloud, da nicht alle Daten migriert oder synchronisiert werden. Zudem sind bei SaaS-Angeboten oft spezielle Compliance-Anforderungen zu erfüllen, insbesondere bei streng regulierten Branchen wie dem Finanz- und Gesundheitswesen oder der öffentlichen Hand. Dies führt oft zu weiteren Datensilos und höheren Kosten, die nur durch ein einheitliches Datenmanagement zu reduzieren sind.
Sind Sie in der Lage, Compliance-Hürden zu nehmen?
Gerade beim Thema Compliance gibt es viele Unklarheiten: Wo befinden sich die Daten? Wer ist dafür verantwortlich? Wie werden sie verwendet? Verschiedene Datensilos bedeuten häufig auch, dass keine einheitliche Suchfunktion zur Verfügung steht, geschweige denn die Resultate der gewünschten und geforderten Qualität entsprechen.

Tatsächlich stehen viele Unternehmen erst noch am Anfang bei der Umsetzung der regulatorischen Anforderungen im Datenmanagement. Es gibt zwar geeignete Lösungen, doch diese lassen sich häufig aufgrund der historisch gewachsenen Silo-Architekturen nicht einsetzen. So benötigen IT-Administratoren Datenmanagementsysteme, die unabhängig von den eingesetzten Anwendungen und Infrastrukturen funktionieren. Nur dann können sie durch einheitliche Suchfunktionen den Überblick über ihre Daten erhalten, den sie für eine verbesserte Compliance benötigen.

Verwenden Sie mehrere Produkte für Backup, Archivierung und Disaster Recovery?
Für das Datenmanagement setzen Unternehmen in der Regel mindestens drei verschiedene Tools für Backup, Archivierung und Disaster Recovery ein, häufig sogar noch mehr. Denn Clouds, Workloads, Virtualisierungen und für die Compliance notwendige Zertifizierungen erfordern oft weitere Lösungen. Gleichzeitig führen stetig steigende Compliance-Anforderungen zu weiteren Datenkopien, die gespeichert und verwaltet werden. So wächst das Datenvolumen Jahr für Jahr im zweistelligen Prozentbereich.

Daher ist das Konsolidieren dieser Anwendungsfälle auf jeden Fall erstrebenswert, um die Komplexität zu reduzieren. Dies erfordert ein zentrales Datenmanagementwerkzeug, das schrittweise eingeführt und laufend angepasst wird. So lassen sich auch die Betriebskosten für Management und Wartung sowie die Kapitalkosten für die erforderliche Infrastruktur senken. Gleichzeitig profitieren die Unternehmen durch eine Konsolidierung der Lösungen von niedrigeren Lizenzgebühren.

Sind Sie auf einen Ransomware-Angriff vorbereitet?
Gerade in der heutigen Zeit steigen Ransomware-Attacken durch die größere Angriffsfläche im Home Office deutlich an. Daher muss jede Komponente im Gesamtsystem so sicher wie möglich sein. Dies schließt natürlich Backups ein. Denn im Falle einer erfolgreichen Attacke sind Unternehmen auf eine gute aktuelle Sicherungskopie angewiesen, um die Daten und IT-Dienste möglichst innerhalb von Sekunden wieder zur Verfügung zu stellen.

Aus diesem Grund sollte ein modernes Backuptool die gesicherten Daten gegenüber internen und externen Angriffen schützen, etwa durch WORM-Funktionen (Write Once Read Many). Zudem können aktuelle Lösungen mit Hilfe von Machine Learning automatisch Unregelmäßigkeiten und Anomalien erkennen sowie Alarmmeldungen ausgeben. Dabei bieten sie die Möglichkeit, betroffene Systeme innerhalb kürzester Zeit wiederherzustellen.

Fazit
Für ein effizientes Datenmanagement müssen Unternehmen ihre Silos einreißen und eine übergreifende Plattform nutzen, die sich auf ihre individuellen Bedürfnisse granular anpassen und laufend optimieren lässt. Dazu können sie im ersten Schritt eine Lösung einsetzen, die File Services mit offenen Protokollen unterstützt sowie Backups mit geschützten Snapshots erstellt. Im zweiten Schritt lassen sich die Daten mit Zusatzinformationen anreichern, um Mehrwert zu schaffen und detailliertere Analysen zu ermöglichen.
14.04.2021/ln/Pascal Brunner, Technical Field Director EMEA bei Cohesity

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