Fachartikel

Seite 2 - Hyper-V-Replica einrichten und betreiben (2)

Virtuelle Server zwischen Hyper-V-Hosts replizieren
Um virtuelle Server zwischen Hyper-V-Hosts mit Windows Server 2012 R2 oder Hyper-V Server 2012 R2 zu replizieren, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den entsprechenden virtuellen Server und wählen "Replikation aktivieren". Auch wenn Sie die Replikation generell für den Hyper-V-Hosts aktiviert haben, werden nicht automatisch alle virtuellen Server repliziert, sondern Sie müssen diese Einstellungen für jede einzelne VM wiederholen. Die Einrichtung erfolgt über einen Assistenten, mit dem Sie festlegen, wie Sie den ausgewählten virtuellen Server vom Quellserver auf den Zielserver replizieren wollen. Der virtuelle Server auf dem Quellserver bleibt dabei unverändert und muss auch nicht neu gestartet oder herunter gefahren werden.

Im Assistenten legen Sie danach die Zielserver und auch den Authentifizierungstyp für die Datenübertragung fest. Für Testumgebungen können Sie hier auch die Kerberos-HTTP-Übertragung verwenden. So sparen Sie sich die Einrichtung von Zertifikaten. Allerdings ist die Verwendung der zertifikatsbasierten Authentifizierung wesentlich besser geeignet, auch in einer Testumgebung. Welche Authentifizierung der Zielserver akzeptiert, legen Sie auf dem Zielserver in den Hyper-V-Einstellungen über "Replikationskonfiguration" fest. Hier steuern Sie genau, welchen Datenverkehr der Zielserver überhaupt zulässt.


Für jede Replikation lassen sich die Verbindungsparameter einzeln festlegen.

Haben Sie, wie zuvor gezeigt, auf den Servern Zertifikate installiert und in den Hyper-V-Einstellungen hinterlegt sowie die zertifikatsbasierte Authentifizierung aktiviert, können Sie für die Datenübertragung auch diesen sicheren Authentifizierungstyp wählen. Zusätzlich steuern Sie während der Einrichtung auch, welche virtuellen Festplatten der Server Sie replizieren wollen. Sie müssen nicht unbedingt alle Festplatten zwischen Quell- und Zielserver replizieren. Außerdem legen Sie hier auch das Intervall für die Replikation fest.

Im Assistenten zur Einrichtung der Hyper-V-Replikation lassen sich die Snapshots des virtuellen Servers berücksichtigen. Hier legen Sie auch fest, ob Sie die erste Replikation nach der Einrichtung über ein Speichermedium wie eine externe Festplatte durchführen oder über das Netzwerk. Auch einen Zeitplan für die erste Übertragung legen Sie während der Einrichtung fest.

Wenn Sie die Replikation durchgeführt haben, befindet sich der virtuelle Server auf den konfigurierten Zielservern, bleibt aber ausgeschaltet. Das ist auch sinnvoll, da der replizierte Server über den gleichen Namen und die gleiche IP-Adresse wie der Quellserver verfügt. Über das Kontextmenü des virtuellen Servers auf dem Quellserver passen Sie das Replikationsverhalten an und erhalten den Status. Die Replikation von virtuellen Servern können Sie auch zwischen verschiedenen Editionen von Windows Server 2012 R2 durchführen oder Hyper-V Server 2012 R2 als Quell- und Zielserver zu nutzen.

Über das Kontextmenü des replizierten virtuellen Servers auf dem Zielserver können Sie auch ein Failover durchführen. In einem solchen Fall übernimmt das Replikat die Aufgaben des virtuellen Servers auf dem Quellserver. Natürlich lässt sich die Replikation jederzeit beenden oder pausieren. Bei jeder neuen Replikation legt Hyper-V auf dem Zielserver auch einen Snapshot des replizierten virtuellen Servers an. Mit dem Cmdlet "MeasureVMReplication" erhalten Sie den Status der Replikate auf den einzelnen Hyper- V-Hosts in der PowerShell.

Failover mit Hyper-V-Replica durchführen
Der Sinn von Hyper-V-Replica ist, dass Sie bei Ausfall eines Hyper-V-Hosts ein Failover zu einem anderen Hyper-V-Host durchführen können. Dazu klicken Sie den entsprechenden virtuellen Server im Hyper-V-Manager an und wählen im Kontextmenü "Replikation / Failover". Für ein geplantes Failover starten Sie das Failover vom Server, auf dem Sie die Quell-VM betreiben. Vorteil dabei ist, dass noch einmal eine Replikation stattfindet, sodass der Zielserver dann über alle aktuellen Daten des Quellservers verfügt.



Anschließend wählen Sie aus, zu welchem Wiederherstellungspunkt Sie den Failover durchführen wollen und starten diesen anschließend. Das funktioniert aber nur, wenn die Quell-VM ausgeschaltet ist. Während des Failovers startet der Assistent den replizierten Server, der im Netzwerk dann exakt mit den Daten der ursprünglichen Quell-VM zur Verfügung steht.

Auch bei einem geplanten Failover müssen Quell-VM und Ziel-VM ausgeschaltet sein. Der Vorteil bei einem geplanten Failover auf dem Quell-Hyper-V-Host ist, dass Hyper-V noch nicht replizierte Daten an den Zielserver senden kann. Dieser verfügt anschließend über den neuesten Stand aller Daten der Quell-VM. Wenn Sie ein geplantes Failover durchgeführt haben, ist die ursprüngliche Quell-VM anschließend die neue Ziel-VM und die bisherige Ziel-VM die neue Quell-VM für die Replikation. Das heißt, Sie können diesen Vorgang auch wieder umkehren. Alle dazu notwendigen Aufgaben steuern Sie über den Hyper-V-Manager oder die PowerShell.

Fazit
Unternehmen, die mehrere Hyper-V-Hosts einsetzen, aber keinen Cluster betreiben wollen, sollten einen Blick auf die Möglichkeiten von Hyper-V-Replica werfen. Denn damit erhalten IT-Verantwortliche hohe Verfügbarkeit quasi zum Nulltarif. Die Einrichtung ist schnell abgeschlossen und der Nutzen kann enorm sein, vor allem wenn ein Hyper-V-Host komplett ausfällt. Gleichzeitig bringen die neuen Features von Windows Server 2012 R2 in diesem Bereich ein neues Maß an Flexibilität für den Administrator.

   
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12.10.2015/Thomas Joos/jp/ln

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