Fachartikel

vSphere-Replikation zwischen Rechenzentren (1)

Sofern Sie in Ihren virtuellen Maschinen unternehmenskritische Anwendungen ausführen, sollten Sie über Ausfallsicherheit nachdenken. Mit vSphere Replication replizieren Sie einzelne VMs zwischen verschiedenen Rechenzentren und auch zwischen verschiedenen vCenter-Servern. Im ersten Teil der Workshopserie gehen wir auf die Grundlagen der Replikation ein, beschreiben Netzwerkkonfiguration und Benutzerrechte und wie Sie die Appliance für vSphere Replication installieren.
Mit vSphere Replication erhöhen Sie die Ausfallsicherheit von unternehmenskritischen Anwendungen.
vSphere Replication ist zum Beispiel sinnvoll, wenn Sie Ausfall-Standorte betreiben oder unterschiedliche Rechenzentren, in denen Sie VMs replizieren wollen. Gibt es in einem RZ einen Katastrophenfall, können Sie die replizierte VM im Ausfalls-Rechenzentrum verwenden. Natürlich haben Sie die Möglichkeit, über vSphere eine Replikation im gleichen RZ zwischen verschiedenen Clustern durchzuführen. Zusätzlich können Sie VMs von verschiedenen Standorten in Ihrem Unternehmen in einen Ausfallstandort replizieren, wenn in einem anderen RZ Hosts oder VMs ausfallen. Gesteuert wird die Replikation über eine Appliance, die Sie in jedem vCenter-Server-Rechenzentrum installieren, das Sie in die Replikationsinfrastruktur einbinden.

Damit Sie vSphere Replication nutzen können, müssen Sie zunächst einmal vCenter einsetzen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie die vCenter-Appliance verwenden oder eine herkömmliche Installation. vSphere Replication steht Ihnen als virtuelle 64-Bit-Appliance zur Verfügung und liegt in komprimierter Form im OVF-Format vor. Die Appliance ist mit einer Dual-Core-CPU, einer 16-GByte- und einer 2-GByte-Festplatte sowie 4 GByte RAM konfiguriert. Zusätzliche vSphere-Replication-Server benötigen 716 MByte RAM. Sie sollten also die Hardware in Ihrer Umgebung entsprechend planen, wenn Sie vSphere Replication einsetzen möchten.
Kompatibilität zu anderen vSphere-Diensten
Die Nutzung von vSphere Replication schränkt Sie bei der Verwendung Ihrer vSphere-Umgebung nicht ein. Sie haben die Möglichkeit, weiterhin vSphere vMotion einzusetzen, genauso wie Storage vMotion. Sobald Sie eine VM mit vMotion verschieben, wird die Replikation angehalten und nach der erfolgreichen Übertragung wieder gestartet. Sie können vMotion auch zum Migrieren von replizierten virtuellen Maschinen verwenden. Nach dem erfolgreichen Verschieben wird auch hier die Replizierung ab dem definierten RPO (Recovery Point Objective) fortgesetzt.

Ferner ist die Verwendung von vSphere High Availability (HA) möglich, das gilt auch für vSphere DRS. Diese beiden Technologien können Sie sogar für die Absicherung der vSphere-Replication-Appliance selbst nutzen. Die Funktionen vSAN, Distributed Power Management und Flash Read Cache lassen sich ebenfalls einsetzen. Sie können beim Konfigurieren von Replizierungen problemlos VMware Virtual SAN-Datenspeicher als Quell- und Zieldatenspeicher verwenden. Lediglich Fault Tolerance (FT) lässt sich nicht parallel zur vSphere Replication einsetzen.

So funktioniert vSphere Replication
Nachdem Sie auf allen beteiligten Standorten die vSphere-Replication-Appliance installiert und eingerichtet haben, können Sie beliebige VMs zwischen den Standorten replizieren. Bei diesen Vorgängen kopiert vSphere einzelne Blöcke der virtuellen Festplatten von der Quell-VM in die Ziel-VM im Ziel-Standort. Die Verwaltung erfolgt im Web-Client. Sie können jederzeit eine Ziel-VM mit einem Failover zur Haupt-VM deklarieren. Im Falle eines geplanten Failover lassen sich alle noch nicht replizierten Daten der Quell-VM zur Ziel-VM spiegeln.

Die Konfigurationsdaten von vSphere Replication werden standardmäßig in einer internen Datenbank der Appliance gespeichert. Externe Datenbanken sind ebenfalls nutzbar. Dabei kann es sich auch um virtuelle Datenbankserver handeln. Diese Server können Sie dann ebenfalls wiederum über vSphere Replication absichern. Für eine bessere Hochverfügbarkeit und Lastverteilung bietet sich die Installation mehrerer Appliances an einem Standort an. Über welchen Replikationsserver die eigentliche Replikation durchgeführt wird, können Sie entweder manuell festlegen oder die Auswahl automatisiert vSphere überlassen. Nicht zuletzt haben Sie die Möglichkeit, VMs zu Cloud-Anbietern zu replizieren, sollten Sie beispielsweise über kein zweites Rechenzentrum verfügen.

Netzwerkkonfiguration und Benutzerrechte vorbereiten
Grundsätzlich ist es sinnvoll, für den Datenverkehr der vSphere-Replikation eine eigene VMkernel-Portgruppe zu erstellen. Hierfür wählen Sie in den Einstellungen der neuen Portgruppe explizit den Datenverkehr von vSphere Replication aus. Dadurch stehen Ihnen eigene virtuelle Netzwerke, eigene virtuelle Switche und dedizierte physische Netzwerkadapter für die Replikation zur Verfügung.


Bild 1: Für die Replikation mit vSphere Replication haben Sie auch die Möglichkeit,
eigene VMkernel-Adapter zu verwenden.


Auf Wunsch können Sie sogar getrennte VMkernel-Adapter für eingehenden Datenverkehr und für ausgehenden Datenverkehr der Replikation steuern. Der eingehende Datenverkehr wird durch die Option "vSphere Replication-NFC-Datenverkehr" gesteuert. Bedenken Sie noch, dass Sie für vSphere Replication unter Umständen verschiedene Ports auf Ihren Firewalls freischalten müssen [1].

In größeren Umgebungen mit mehreren Administratoren kann es sinnvoll sein, dass Sie die Berechtigungen für die Replikation steuern. Bei der Einrichtung der Replikation werden auch neue Rollen angelegt, denen Sie eigene Benutzer und Rechte zuweisen können. Die generelle Verwaltung der Benutzerrollen und -rechte erfolgt genauso wie für andere Bereiche im vCenter. Sie können die einzelnen Benutzer einfach der entsprechenden Rolle zuweisen oder auf Basis der vorhandenen Rolle eine neue Rolle erstellen und hier die Rechte und Benutzer anpassen. Im Rahmen der Einrichtung der Berechtigungen legen Sie auch Operatoren an, die zwar keine Replikation durchführen können, die aber die Replikation überwachen können. Dazu dient die neue Rolle "VRM-Replizierungsansicht".

Seite 1: So funktioniert vSphere Replication
Seite 2: Appliance für vSphere Replication installieren


Seite 1 von 2 Nächste Seite >>
4.06.2018/dr/ln/Thomas Joos

Nachrichten

Daten in Office 365 unter Kontrolle [7.09.2018]

Veeam Software hat Veeam Backup for Microsoft Office 365 Version 2 veröffentlicht. Die neue Version schützt jetzt auch Microsoft OneDrive for Business, SharePoint Online sowie SharePoint On-Premises-Installationen, Exchange Online und Exchange On Premises. [mehr]

Schutzraum für VMs [6.09.2018]

Dell EMC kündigt mit der IDPA DP4400 eine neue Integrated Data Protection Appliance (IDPA) an. Es handelt sich um eine konvergente Datensicherungs-Appliance mit zwei Höheneinheiten, basierend auf DellEMC-PowerEdge-Servern der 14. Generation. Das System bietet integrierte Cloud-Readiness-Funktionen mit Disaster Recovery und Datenbereitstellung in der Cloud. [mehr]

Herausforderung Cloud [4.09.2018]

Tipps & Tools

Lernkarten zur Weiterbildung [20.09.2018]

Wenn Sie selbst eine Weiterbildung planen oder heranwachsenden Admins ein paar Nachhilfestunden geben wollen, kann die gute alte Karteikarte weiter helfen. Mit dem kostenfreien Tool 'Anki' lässt sich der Vorgang jetzt ganz praktisch digitalisieren. Das Karteikarten-Lernsystem beinhaltet eine Fülle von fertigen Lernkarten, die auch mobil genutzt werden können. Diese lassen sich auf Wunsch auch frei gestalten. [mehr]

Hintergrundgeräusche für mehr Fokus [19.09.2018]

In den meisten Büros geht es ziemlich geräuschvoll zur Sache. Neben Telefonaten, laufenden Radios oder Tastaturgeklapper sind auch die Plaudereien der Kollegen ein ständiger Ablenkungsherd. In der Regel gewöhnen sich Mitarbeiter mit den Jahren an den Geräuschpegel und kommen nicht mehr ohne das Grundrauschen im Hintergrund aus. Ist es ihnen daher mal zu Leise ist und der Fokus geht verloren, kann die Webseite von 'noisli.com' weiterhelfen. [mehr]

Buchbesprechung

VoIP Praxisleitfaden

von Jörg Fischer und Christian Sailer

Anzeigen