Direkter Anschluss

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Direkter Anschluss

20.09.2023 - 09:03
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Die Deutsche Telekom gibt den kommerziellen Start von Netz-APIs unter der Marke "MagentaBusiness API" bekannt. Programmierer und Geschäftskunden können damit Anwendungen und Dienste entwickeln, die nahtlos mit dem Netz der Telekom in Deutschland kommunizieren.

Die Plattform für den Dienst wird von Vonage bereitgestellt – einer Ericsson-Tochter und Anbieter von Cloudkommunikation. Die MagentaBusiness API-Plattform soll als "One-Stop-Shop" für den Zugang zu Kommunikations- und Netzwerk-APIs dienen. Damit sollen Entwickler und Geschäftskunden Kommunikationsfunktionen wie Video, Sprache oder Messaging in ihre Produkte, Anwendungen und Arbeitsabläufe einbetten können. Die Plattform senke dabei die Einstiegshürden für Netzwerk-APIs weiter und mache den Dienst sowohl für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), als auch für große Firmenkunden zugänglich. Eingeführt wird "MagentaBusiness API" im Rahmen eines Friendly-Adopter-Programms.

APIs (Application Programming Interfaces) sind Software-Schnittstellen, die den Austausch von Informationen zwischen Computeranwendungen erleichtern. Die kommerzielle Einführung von Netzwerk-APIs bietet eine direkte Schnittstelle zum Mobilfunknetz der Deutschen Telekom. Die drei folgenden Netzwerk-APIs sollen über das MagentaBusiness API-Portal zur Verfügung stehen:

  1. Quality-on-demand/ Qualität auf Abruf: Diese API ermöglicht es einer Anwendung, eine bestimmte Netzqualität für eine SIM-Karte anzufordern. Daten könnten so laut Telekom mit stabiler Latenz oder Bandbreite übertragen werden, auch bei hoher Netzauslastung. Aus Sicherheitsgründen sei beispielsweise beim teleoperierten Fahren jederzeit eine niedrige Latenzzeit erforderlich. Diese API hat der Bonner Konzern gemeinsam mit Partnern aus der Automobilindustrie auf der Internationalen Automobilausstellung in München demonstriert.
  2. Gerätestatus - Roaming: Die API "Gerätestatus - Roaming" stellt fest, ob sich ein Gerät im internationalen Roaming-Modus befindet. Dabei lasse sich auch bestimmen, in welchem Land. Dies könne etwa bei der Erkennung von Kreditkartenbetrug genutzt werden. Bank-Apps könnten direkt prüfen, ob es wahrscheinlich sei, dass eine Kundin oder ein Kunde eine Zahlung im Ausland vornimmt.
  3. Standort des Geräts: Diese API ermöglicht es Apps, über das Mobilfunknetz den Standort einer SIM-Karte innerhalb Deutschlands unabhängig von der GPS-Verfügbarkeit zu bestimmen. Bei einem erfolgreichen Versuch mit einem großen Logistikunternehmen wurden Lieferfahrzeuge geortet und zur richtigen Laderampe eines Frachtflugzeugs geleitet. Dadurch würde die Effizienz gesteigert und das Risiko von Verspätungen minimiert.

"In Zukunft wird unser Netz durch APIs neue Wachstumsmöglichkeiten für Unternehmen ermöglichen. Wir laden unsere Kundinnen und Kunden ein, neue Anwendungsfälle zu entwickeln oder bestehende Geschäftsprozesse zu optimieren, indem sie an unserem Friendly-Adopter-Programm teilnehmen", sagt Claudia Nemat, Vorständin für Technologie und Innovation der Deutschen Telekom.

Netzwerk-APIs werden von der CAMARA-Initiative definiert und standardisiert. Die Initiative wurde im Februar 2022 von der GSMA angekündigt. Sie besteht aus Netzbetreibern, Technologieanbietern, Cloudprovidern, Anbietern von Betriebssystemen und Anwendungsentwicklern, darunter auch die Deutsche Telekom und Ericsson. Ziel der Initiative ist die weltweite Standardisierung von Netzwerk-APIs. Quality-on-Demand war die erste Netz-API, die im Rahmen der CAMARA-Initiative standardisiert wurde. Sie wurde in Zusammenarbeit mit Ericsson und Vonage auf dem Mobile World Congress Anfang dieses Jahres vorgestellt.

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