Fachartikel

Mögliche Wege zum Remote Desktop

Azure RemoteApp reiht sich neben bekannten Desktop-as-a-Service-Anbietern wie Amazon, VMware oder Citrix ein. Beim Marktstart wirkte das Produkt unrund, wichtige Funktionen fehlten, Benutzbarkeit und Schnittstellen waren eingeschränkt. Nach einigen Updates kann sich die Lösung sehen lassen, für Start-ups und auch etablierte Unternehmen. Nun lautet die Frage: Wo und wie stellen Unternehmen Remote Desktops bereit? Unser Fachartikel hilft bei der Entscheidung und vergleicht die Möglichkeiten.
Die Wege zum Destop sind mannigfaltig – Azure RemoteApp ist einer davon.
Seit der grundlegenden Überarbeitung der Remote-Desktop-Dienste, ehemals Terminaldienste, mit Microsoft Windows Server 2012 und der Bereitstellung von Azure RemoteApp Ende 2014, kann Microsoft nahezu jedes Nutzungsszenario aus einer Hand liefern. Besonders mit einem großen Funktionsupdate 2015 hat Azure RemoteApp Fahrt aufgenommen und wird nun ständig weiterentwickelt und verbessert. Im Folgenden vergleichen wir diese drei Möglichkeiten: klassisch On-Premise, als VMs in Azure oder als Azure RemoteApp.

Hinter Azure RemoteApp steht der hauseigene Remote-Desktop-Dienst, aktuell auf Basis Windows Server 2012R2. Streng genommen handelt es sich gar nicht um Desktop-as-a-Service. Wer tiefer im MSDN einsteigt, findet den Begriff "Remote Applications Integrated Locally" (RAIL). Damit bezeichnet Microsoft RemoteApps beziehungsweise eben nicht die Darstellung des gesamten Desktops, sondern den Anwendungsausschnitt und die Integration in Taskleiste und Startmenü des tatsächlichen lokalen User Desktops. Während es bei der klassischen Bereitstellung, egal ob On-Premise oder als Azure VMs, auch die Möglichkeit der Volldesktopdarstellung gibt, entfällt diese bei der Nutzung von Azure RemoteApp komplett.
Wesentliche Merkmale
Mitte 2015 bat das Unternehmen Party Rent Group um eine Machbarkeitsstudie für die Bereitstellung und den Betrieb des aktuellen Desktops in Microsoft Azure. Neben der technischen Machbarkeit spielten die Kostenbetrachtung und der Vergleich zwischen den weiteren Bereitstellungsmöglichkeiten eine große Rolle. Die Party Rent Group ist ein europaweit agierender Eventausstatter mit 23 Standorten und 650 Mitarbeitern in acht Ländern. Der aktuelle Desktop wird aus einem On-Premise-Rechenzentrum bereitgestellt. Neben Standardanwendungen stellte die eingesetzte ERP-Lösung mit vielen Schnittstellen zu anderen Anwendungen den Kernpunkt der Betrachtung dar. Wie bei vielen "Line of Business"-Anwendungen gab es keine Erfahrung bei der Ausführung als Azure RemoteApp. Die folgende Tabelle vergleicht die wesentlichen Merkmale der verschiedenen Ansätze:


 
Es wird zwischen Cloud- und Hybrid-Bereitstellung unterschieden. Bei der Cloud-Bereitstellung handelt es sich um ein weitgehend geschlossenes Szenario ohne Active-Directory-Anbindung, dafür können aber auch Microsoft Live IDs zur Anmeldung verwendet werden. Die Hybrid-Bereitstellung dagegen lässt sich mittlerweile nahezu vollständig in die in der Cloud betriebene, aber auch in die über VPN angebundene On-Premise-Struktur integrieren.

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3.08.2016/ln/Robert Lehmann, Microsoft Consultant bei Fritz & Macziol

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