Fachartikel

MultiPoint-Server einrichten und verwalten (2)

Windows Server 2016 integriert MultiPoint-Server als neue Serverrolle in die Editionen Standard und Enterprise. Die Technik bietet die Möglichkeit, dass Anwender Monitor, Tastatur und Maus direkt an den Server anschließen, aber dennoch eine eigene Arbeitsumgebung erhalten. Der virtuelle Desktop in MultiPoint sieht aus wie bei den Remotedesktopdiensten und stellt ein vollständiges Windows-10-System bereit. So eignet sich der Server optimal für kleine Unternehmen, Schulungsräume und Gruppen. Im zweiten Teil des Online-Workshops widmen wir uns der Verwaltung von MultiPoint-Benutzern und erklären, wie Sie den Anwendern eine Virtual Desktop Infrastrcuture zur Verfügung stellen.
BU:Platz ist in der kleinsten Hütte – der MultiPoint-Server eignet sich optimal für kleine Unternehmen, Schulungsräume und Gruppen.
MultiPoint-Benutzer verwalten
Unter dem Menüpunkt "Benutzer" des Multipoint-Managers legen Sie Benutzer an und verwalten diese. Hier sehen Sie alle bereits existierenden Benutzer und über das Kontextmenü des Fensters legen Sie neue an. Bei diesem Vorgang können Sie – neben den Standardangaben wie Anmeldename, vollständiger Name und Kennwort – auch festlegen, um welche Art von Benutzer es sich handeln soll. Standard-Benutzer dürfen mit dem Server und den freigegebenen Anwendungen auf dem Server arbeiten.

Benutzer mit der Rolle "MultiPoint Dashboardbenutzer" haben ebenso das Recht, sich am Server anzumelden und mit den Programmen zu arbeiten, dürfen darüber hinaus aber auch das MultiPoint-Dashboard nutzen, mit dem sich wiederum die anderen Sitzungen und Stationen verwalten lassen. Diese Benutzer dürfen aber keine Einstellungen des Servers anpassen. Benutzer der Rolle "Benutzer mit Administratorrechten" dürfen den Server vollständig verwalten, andere Benutzer anlegen und umfassend mit dem MultiPoint-Manager und dem MultiPoint-Dashboard arbeiten. Über das Kontextmenü von Benutzerkonten können Sie jederzeit mit "Zugriffsebene ändern" die Rechte im laufenden Betrieb anpassen. Die neuen Rechte werden aktiv sobald sich der Benutzer neu am Server anmeldet.

Generell erlaubt der MultiPoint-Server allen Anwendern in einer Active-Directory-Umgebung die Anmeldung am Server. Sie sollten diese Zugriffsmöglichkeiten aber anpassen: Die Berechtigungen werden wie beim Einsatz der Remotedesktopdienste auf Basis der Benutzergruppe "Remotedesktopbenutzer" gesetzt. Hier ist standardmäßig die Gruppe "Jeder" Mitglied, es darf also jeder Benutzer der Umgebung eine Verbindung aufbauen. Hier nehmen Sie entweder eine Domänengruppe und darin die einzelnen Benutzerkonten des AD auf oder Sie arbeiten mit lokalen Benutzern und nehmen diese in die Gruppe auf. Um den Zugriff zu beschränkten, entfernen Sie die Gruppe "Jeder" aus der Gruppe "Remotedesktopbenutzer".

Wollen Sie verschiedene Stationen mit einem bestimmten Benutzer anmelden, können Sie auf der Registerkarte "Stationen" im MultiPoint-Manager auch die automatische Anmeldung konfigurieren. Hier hinterlegen Sie auf Wunsch auch die Anmeldedaten zur Station. Standardmäßig dürfen sich Anwender immer nur an einer Station am MultiPoint-Server anmelden. Sie können im MultiPoint-Manager aber festlegen, dass die Anmeldung auch an mehreren Stationen möglich ist.
Virtuelle Desktops nutzen
Über MultiPoint lässt sich den Anwendern eine Virtual Desktop Infrastrcuture (VDI) auf Basis von Windows 10 Enterprise und Hyper-V zur Verfügung stellen. Die Einstellungen dazu finden Sie über den Menüpunkt "Virtuelle Desktops" im MultiPoint-Manager. Diese Option nutzen Sie, wenn Sie den Anwendern eine komplett eigene Sitzung und ein getrenntes Betriebssystem  zur Verfügung stellen wollen. Sie sollten die VDI-Option nur dann verwenden, wenn auf dem Server die herkömmlichen Desktops auf Basis von Windows 10 nicht ausreichen.

Zur Anlage der virtuellen Windows-10-Desktops müssen Sie verschiedene Aktionen durchführen: Zunächst aktivieren Sie die Funktion generell auf der Registerkarte "Virtuelle Desktops" im MultiPoint-Manager. Danach müssen Sie eine Vorlage erstellen, also das Image eines virtuellen Computers mit Windows 10 Enterprise auf Basis von Hyper-V. Liegt Ihnen bereits ein Image vor, können Sie es an dieser Stelle auch importieren, indem Sie die Image-Datei auf den MultiPoint-Server kopieren. Danach erstellen Sie die Vorlage mit Hilfe der zur Verfügung stehenden Optionen auf der Registerkarte "Virtuelle Deskops" im MultiPoint-Manager.

Sobald die Vorlage geschaffen und von Ihnen angepasst wurde, legen Sie neue virtuelle Desktops an. Das Anpassen der Vorlage erfolgt durch Verbindung über Hyper-V VM-Connect. Zum Erstellen der virtuellen Desktops greifen Sie wieder auf die Einstellungsmöglichkeiten der Registerkarte "Virtuelle Desktops" zurück. Zuvor müssen Sie aber auf der Registerkarte "Start" des MultiPoint-Managers den Konsolenmodus aktivieren.

Fazit
MultiPoint Services sind für Schulungsräume und kleine Netzwerke ein durchaus interessanter Ansatz. Unternehmen ersparen sich dadurch zum Beispiel das Ersetzen veralteter Hardware und können wesentlich einfacher zu Windows 10 migrieren. Auch die zentrale Verwaltung ist zweifellos ein Pluspunkt. Natürlich ist der Einsatz nicht ganz günstig, da Sie normale Clientlizenzen benötigen und zusätzlich Lizenzen für die Remotedesktopdienste. Da das System aber sehr flexibel ist, lassen sich durchaus interessante Szenarien abbilden.

Bei den MultiPoint Services handelt es sich also nicht nur um eine eingeschränkte Version der Remotedesktopdienste, sondern Unternehmen können kleine Büros und Gruppen sehr effizient mit den notwendigen Anwendungen und Windows 10 ausstatten. In größeren Umgebungen ist auch eine zentrale Verwaltung möglich. Sichern lassen sich die Server schnell und einfach mit der internen Windows-Server-Sicherung. Da MultiPoint Services auch zur Dateiablage dienen können, ist kein weiterer Server notwendig. Generell ist es aber durchaus überlegenswert, in einem solchen Szenario noch auf ein NAS-System zu setzen, dessen Freigaben ebenfalls auf dem Server und den Stationen zur Verfügung stehen.

Im ersten Teil der Workshop-Serie haben wir die Grundlagen des MultiPoint-Servers erklärt und uns mit dessen Installation und Einrichtung beschäftigt.
14.01.2019/jp/ln/Thomas Joos

Nachrichten

Dell mit neuen Thin Clients [19.08.2019]

Dell stellt mit dem "Dell Wyse 5470" einen neuen Thin Client vor, einmal als mobile und einmal als All-in-One-Variante. Punkten sollen die Geräte durch zahlreiche Sicherheits-Features und Unified Management. Auch gegen Zero-Day-Attacken sollen Nutzer der Thin Clients gewappnet sein. [mehr]

Großflächig und lüfterlos [31.07.2019]

Shuttle ergänzt seine All-in-one-Baureihe XPC um ein neues Modell mit größerer Bilddiagonale. Das P90U kommt mit einem Multi-Touch-Display im 19,5-Zoll-Format (49,5 cm). Sein kapazitiver Bildschirm verspricht eine leichte und intuitive Bedienung durch mehrere Finger. Dank IP54-Schutz ist das Modell spritzwassergeschützt und kann auch in staubigen Umgebungen eingesetzt werden. [mehr]

Tipps & Tools

Jetzt noch buchen: Training "Drucker in Windows-Netzen" [19.08.2019]

Drucker beschäftigen den Support mehr als jedes andere Gerät. Denn nach wie vor lauern beim Betrieb von Druckservern unter Windows zahlreiche Fallstricke auf den Administrator und eine fehlerhafte Konfiguration lässt das Telefon im Support klingeln. Unser Training liefert Best Practices für den Druck unter Windows und zeigt die Behandlung typischer Fehler. Für den Termin Ende September in Düsseldorf sind noch Teilnahmeplätze offen. [mehr]

Mobiler Sprühventilator [17.08.2019]

Der August scheint in Sachen Sommerhitze zwar angenehmer als der Vormonat, dennoch kann eine frische Brise am Arbeitsplatz nicht schaden. Der "Sprühventilator" lässt sich als Hand- oder Tischlüfter einsetzen und ist dank des eingebauten Akkus auch für unterwegs bestens geeignet. Zusätzlich ist eine Sprühnebelfunktion integriert, die sowohl beim Arbeitspendeln, als auch im Urlaub für Erfrischung sorgt. [mehr]

Buchbesprechung

Anzeigen