Fachartikel

Seite 2 - Windows Server 2019: Erstellen und Verwalten von Snapshots (2)

Prüfpunkte in Hyper-V erstellen
Hyper-V ermöglicht das Erstellen von Prüfpunkten auch ohne dass Sie Zusatzanwendungen installieren. Den entsprechenden Befehl finden Sie im Kontextmenü der virtuellen Computer im Hyper-V-Manager. Auch über System Center Virtual Machine Manager lassen sich Snapshots aufnehmen.

Verwenden Sie die Hyper-V-Replikation in Windows Server 2016/2019, überträgt der Assistent die Daten auf Basis von Prüfpunkten und erstellt für bereits übertragene virtuelle Server auf dem Zielserver erneut Prüfpunkte. Dabei bleibt der Computer online und steht den Anwendern weiterhin zur Verfügung.

Die erstellten Prüfpunkte zeigt der Hyper-V-Manager im mittleren Bereich der Konsole an. Hyper-V speichert die Snapshots in dem Ordner, den Sie in den Einstellungen des virtuellen Computers im Bereich "Prüfpunkt-Dateispeicherort" angeben. Sobald ein Prüfpunkt erstellt ist, können Sie den Ordner aber wie schon erwähnt nicht mehr ändern. Löschen Sie alle Prüfpunkte, können Sie den Speicherort wieder anpassen.


Bild 4: Den Speicherort für Prüfpunkte können Sie im Hyper-V-Manager und
System Center Virtual Machine Manager 2016/2019 anpassen.

Rufen Sie den Befehl "Zurücksetzen" im Kontextmenü der VM auf, wendet Hyper-V den letzten erstellten Prüfpunkt an und setzt den Computer auf diesen Stand zurück. Prüfpunkte erzeugen Sie manuell über den Befehl "Prüfpunkt" im Kontextmenü einer VM oder in der PowerShell mit CheckpointVM. Sie können dazu auch verschiedene Optionen in der PowerShell mitgeben, zum Beispiel den Namen der VM, für die Sie einen Prüfpunkt erstellen wollen und die Beschreibung des Prüfpunkts:
Checkpoint-VM -Name <Servername> -SnapshotName <Name des Checkpoints>
Um über das Netzwerk einen Prüfpunkt für eine VM zu erstellen, verwenden Sie:
Get-VM <Name der VM> -ComputerName <Name des Hyper-V-Hosts> | Checkpoint-VM
Durch diesen Vorgang erstellt der Server eine neue differenzierende Festplatte (AVHD) der virtuellen Festplatten (VHD). Für jede virtuelle Festplatte fertigt Hyper-V eine eigene AVHD-Datei an. Setzen Sie auf VHDX-Dateien, dann erstellt Hyper-V AVHDX-Dateien. Beim Zurücksetzen eines virtuellen Servers gehen keine Änderungen verloren, sondern diese werden wiederum in einem neuen Prüfpunkt erfasst.

Wenn Sie einen Server zurücksetzen oder einen älteren Prüfpunkt anwenden beziehungsweise Prüfpunkte löschen und die differenzierende Festplatte des Prüfpunkts in die übergeordnete VHDX-Datei überführen, vergrößert sich diese Datei unter Umständen. In diesem Fall sollten Sie diese im Hyper-V-Manager bearbeiten und verkleinern. Sie finden dazu im Aktionen-Bereich den Eintrag "Datenträger bearbeiten".
Verwalten von Prüfpunkten
Auch für die einzelnen Prüfpunkte steht ein Kontextmenü zur Verfügung, über das Sie diese steuern. Setzen Sie eine Hyper-V-kompatible Datensicherung ein, kann diese ebenfalls automatisiert einen solchen Prüfpunkt erstellen und dessen Daten sichern. Im Kontextmenü von Prüfpunkten stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

Über "Einstellungen" rufen Sie die Settings des virtuellen Computers auf, zu dem dieser Prüfpunkt gehört. Es handelt es sich dabei um die Einstellungen, die zum Zeitpunkt des Erstellens gültig waren. Haben Sie die Konfiguration nach dem Erzeugen des Prüfpunkts geändert, sind diese an dieser Stelle nicht zu sehen. Auf diese Weise schützen Sie auch die Einstellungen von virtuellen Servern.


Bild 5: Prüfpunkte verwalten Sie über deren Kontextmenü.

Über die Option "Anwenden" setzt der Assistent den virtuellen Computer wieder auf den Stand zurück, an dem Sie den Prüfpunkt erstellt haben. Vorher erscheint aber ein Abfragefenster, das Sie auf die Folgen hinweist. Alle nicht gespeicherten Daten gehen verloren, da Hyper-V alle Einstellungen und Daten aus dem Prüfpunkt in die VM schreibt. Außerdem können Sie vorher noch einmal einen aktuellen Prüfpunkt erstellen. Dieser sichert dann den aktuellen Zustand. Im Gegensatz zum Zurücksetzen über das Kontextmenü der VM können Sie hier nicht nur den letzten Prüfpunkt verwenden, sondern beliebige Prüfpunkte. Diesen Befehl können Sie auch in der PowerShell durchführen:
Restore-VMSnapshot -VMName <Name der VM> -Name <Name des Prüfpunkts>
Die Daten des Prüfpunktes bleiben auf der Festplatte erhalten. Diese werden nur dann entfernt, wenn Sie einen Prüfpunkt nicht anwenden, sondern löschen. Wollen Sie zum Beispiel für alle VMs auf einem Host den aktuellsten Prüfpunkt anwenden, verwenden Sie:
Get-VM | Foreach-Object { $_ | Get-VMSnapshot | Sort CreationTime | 
Select -Last 1 | RestoreVMSnapshot -Confirm:$false }
Beim "Exportieren" von virtuellen Servern in Windows Server 2019 können Sie auch Prüfpunkte berücksichtigen. Über das Kontextmenü eines Prüfpunkts können Sie daher einen virtuellen Server mit dem Stand des Prüfpunkts exportieren und auf anderen Servern wieder importieren. Diese Vorgänge lassen sich im laufenden Betrieb der VM durchführen. Mit "Umbenennen" weisen Sie dem Prüfpunkt einen anderen Namen zu. Hyper-V verwendet als Namen normalerweise das Datum und die Uhrzeit. Über diesen Menübefehl können Sie zum Beispiel noch Informationen hinzufügen, warum Sie den Prüfpunkt erstellt haben.

Seite 2: Erstellen und Verwalten von Prüfpunkten

Im dritten und letzten Teil der Workshopserie erklären wir, wie sie Prüfpunkte richtig löschen und was beim Sonderfall Hyper-V-Cluster zu beachten ist. Im ersten Teil des Workshops haben wir uns angeschaut, wie Sie Workloads erfolgreich snapshotten und Produktionsprüfpunkte konfigurieren.

<< Vorherige Seite Seite 2 von 2
13.09.2021/jp/ln/Thomas Joos

Nachrichten

Auf kleinstem Raum [2.02.2023]

Bressner Technology erweitert sein Portfolio an eingebetteten Computersystemen um den BOXER-6646-ADP. Der Embedded-PC bietet nebst lüfterlosem und kompaktem Gehäuse eine Auswahl aus Intel-Core-Prozessoren der 12. Generation. [mehr]

Alles an Board [3.01.2023]

Mit dem WAFER-EHL erweitert ICP Deutschland sein Portfolio im Bereich der Embedded Boards. Das 3,5-Zoll-Mainboard verfügt über eine Kühlschale, die eine einfache Installation sowie unkomplizierte Wärmeabfuhr der verbauten Komponenten ermöglichen soll. [mehr]

Tipps & Tools

Schick im Stehen arbeiten [28.01.2023]

Gerade IT-Profis sollten auf eine gute Ergonomie bei der Computerarbeit achten – und für einen gesunden Rücken hat sich möglichst mehrstündiges Stehen bei der Arbeit längst bewährt. Und da sich im edlen Ambiente sowieso besser werkeln lässt, lohnt ein Blick auf eine schicke Stehpultalternative: Als Aufsatz für den Schreibtisch ist "Standsome Slim" darüber hinaus in Windeseile einsatzbereit. [mehr]

Hybrid Work hat sich etabliert – Cybersicherheit bleibt größte Herausforderung [24.01.2023]

Laut einer Studie von Okta unter europäischen Entscheidern haben in neun von zehn deutschen Unternehmen Mitarbeiter die Option, zumindest teilweise von zuhause zu arbeiten. Die zeitliche Ausprägung des Home Office fallen zum Teil jedoch recht unterschiedlich aus. Hinsichtlich des Verbesserungspotenzials genießt die Cybersicherheit Toppriorität. [mehr]

Anzeigen