Fachartikel

Seite 2 - New Work – und jetzt?

Technologien zum Remote-Onboarding
Gerade das Onboarding neuer Kollegen hat sich in Zeiten von New Work und mobilem Arbeiten verändert. Vor allem in den letzten zwei Jahren hat der erste Arbeitstag häufig nicht im Büro, sondern aus dem Remote-Office stattgefunden. Auch dann wird eine einfache Inbetriebnahme der Arbeitsgeräte erwartet – ohne den persönlichen Kontakt mit den IT-Teams.

Dabei helfen Enrollment-Programme, die Nutzer eine einfache Inbetriebnahme ermöglichen – ohne dass Administratoren physisch darauf zugreifen müssen. Sind neue Geräte in den Enrollment-Programmen Windows Autopilot, Apple DEP und Google Zero Touch hinterlegt, werden bei Inbetriebnahme durch die Mitarbeiter die Geräte automatisiert unter die Verwaltung des UEM-Systems gestellt und die definierten Unternehmensrichtlinien angewendet. Hierfür sind nur wenige einfache Schritte notwendig. Auch Unternehmens-Apps und -Anwendungen lassen sich damit unmittelbar verteilen.

Damit diese Schritte gelingen, ist im Vorfeld eine Schnittstellenkonfiguration zwischen UEM-System und Enrollment-Programm notwendig, um deren Kommunikation sicherzustellen. Grundsätzlich interagieren die Enrollment-Programme mit allen UEM-Systemen, die deren Betriebssysteme unterstützen – der Funktionsumfang entwickelt sich laufend weiter.

Nicht zuletzt kann die Bereitstellung eines Mobilfunkanschlusses beim hybriden Arbeiten mit Schwierigkeiten verbunden sein. Schließlich gilt es, physische SIM-Karten an Mitarbeiter auszugeben oder an sie zu versenden. Das kostet Zeit und bindet Ressourcen. Die Nutzung von eSIMs löst dieses Problem. eSIM-Profile lassen sich mittels Abscannen eines QR-Codes von Mitarbeitern aktivieren – unabhängig von der Uhrzeit und ihrem Aufenthaltsort.

Um eSIM-Profile für Kollegen zu erstellen, können IT-Administratoren Lösungen wie zum Beispiel den eSIM Business Manager nutzen. Dieser macht es in Verbindung mit einem UEM-System möglich, die benötigten Daten aus verschiedenen Systemen zu verknüpfen und in einem Portal übersichtlich einsehbar und nutzbar zu machen. So lassen sich eSIM-Profile nicht nur aktivieren, sondern auch wieder entziehen oder eine physische SIMs zu einer eSIM migrieren.
IT-Support aus der Ferne
Auch nach dem erfolgreichen Onboarding kann trotz intelligenter Technologien und Automatisierungen der Fall eintreten, dass Mitarbeiter den persönlichen Support von Admins benötigen. Arbeiten sie im Home Office, sind auf Dienstreise oder im Außendienst, kann das schnell zum Problem werden. Um IT-Support in hybriden Arbeitsstrukturen umzusetzen, lassen sich Fernwartungswerkzeuge einsetzen. Mit Software wie Teamviewer, AnyDesk, UltraVNC oder LogMeIn können Administratoren nach Freigabe der Mitarbeiter auf deren Geräteoberflächen zugreifen, sich mittels User Account Control mit ihren Credentials einloggen und so aus der Ferne helfen. Es empfiehlt sich, die ausgewählte Fernwartungssoftware als App mittels UEM-Systems direkt auf neue Geräte zu spielen.

Fehlende Fachkräfte durch Managed Services ausgleichen
Fachkräfte mit Fachexpertise fehlen – in der IT besonders. Laut einer Bitkom-Studie zum Fachkräftemangel waren 2021 96.000 Stellen von IT-Experten unbesetzt, Tendenz steigend. IT-Teams sollten objektiv bewerten, ob sie mit ihren bestehenden Teammitgliedern und deren Wissen in der Lage sind, die Herausforderungen, die bei der Realisierung einer mobilen, digitalen Arbeitsumgebung auftreten, langfristig zu lösen und schnell auf wechselnde Anforderungen zu reagieren.


Die Zahl unbesetzter Stellen für IT-Fachkräfte bewegt sich konstant auf hohem Niveau.

Sollen etwa die internen Mitarbeiter diese spezialisierten Aufgaben langfristig übernehmen und dafür weitergebildet werden? Lautet die Antwort nein, können externe Dienstleistungen einen Ausweg darstellen. Externe Experten können IT-Teams in Unternehmen sinnvoll ergänzen, indem sie beispielsweise Administration und Wartung der Geräte und Systeme übernehmen. Diesen Lösungsansatz wählt bisher aber nur ein Drittel der Unternehmen. Und nicht nur im Rahmen von Managed Services können externe Experten helfen. Sie sorgen zudem dafür, dass Technologien voll ausgeschöpft, proaktiv neue Lösungen erarbeitet und Markttrends frühzeitig in Unternehmen umgesetzt werden.

Fazit
IT-Administratoren sehen sich heute und in Zukunft mit komplexen Fragestellungen konfrontiert. Doch mit den richtigen Strategien und Technologien erleichtert sich diese Herausforderung: Conditional-Access-Verfahren vereinen Sicherheit mit Nutzungskomfort bei Authentifizierungsverfahren. Die Automatisierung von Routineaufgaben im Digital Workplace und der Einsatz von Enrollment-Programmen bei der Inbetriebnahme von Geräten lohnen sich. Fernwartungslösungen sollten zum Standardrepertoire bei der Ausstattung gehören. Und fehlende Fachkräfte lassen sich bei Bedarf durch die Zusammenarbeit mit externe Experten auffangen.

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6.07.2022/ln/Surendiran Velauthapillai, Head of IT-Services der EBF-EDV Beratung Föllmer GmbH

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