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Fünf Tipps für Netzwerk-Admins

Aufbau, Betrieb und Wartung von Netzwerken sind hochkomplexe Arbeiten, die Administratoren einiges abverlangen. Kein Wunder also, dass gelegentlich etwas schiefläuft. Opengear nennt fünf Fehler, die Netzwerkadmins gerne machen, und erklärt, wie sie diese vermeiden können.
Mit fünf zentralen Tipps verwalten Admins ihre Netzwerke deutlich zuverlässiger.
Niemand ist perfekt – auch Netzwerkadmins nicht. Dennoch gibt es einige Fehler, die sie tunlichst vermeiden sollten. Fünf von ihnen sind besonders signifikant, findet Opengear [1], Anbieter von Out-of-Band-Managementlösungen zum Schutz kritischer Infrastrukturen. Das Unternehmen erläutert, was Admins gerne versäumen.

1. Sie verwenden kein Out-of-Band-Netzwerk
Der größte Fehler, den Netzwerkadministratoren machen können, ist der Verzicht auf eine Out-of-Band-(OOB)-Managementlösung. Dabei sind sie bei einem Netzwerkausfall echte Lebensretter: Fällt ein zentraler Verteiler (Switch) aus, gibt es für die Administratoren keine Möglichkeit mehr, über das herkömmliche Netz auf die Netzwerkkomponenten zuzugreifen und den Fehler zu beheben.

Der Aufbau eines parallelen Netzwerks für das Network-Management schafft Abhilfe und sollte daher ganz oben auf der Agenda stehen – frei nach dem Motto: "Manage nicht dein Netzwerk über dein primäres Netzwerk". Über ein solches OOB-Netzwerk erhalten Administratoren während eines Ausfalls Zugriff auf einen Konsolenserver, der sich im fehlerhaften Netzwerk befindet und von da aus auf die einzelnen Komponenten für die Problembehebung. Noch sicherer sind Managementlösungen, deren OOB-Netzwerk über das Mobilfunknetz erreichbar ist.

2. Sie sichern und pflegen das OOB-Netzwerk nicht
Das Out-of-Band-Netzwerk (auch Managementnetzwerk) ist ein unternehmenskritischer Bereich, daher sollten es Administratoren wie einen Hochsicherheitstrakt behandeln. Das heißt zum einen, den Zugriff darauf auf das absolut notwendige Personal zu beschränken. Zum anderen sollten sie die Hardware so oft es geht mit Updates und Patches auf dem neuesten Stand halten.

Für eine erhöhte Sicherheit sorgt zudem der Einsatz aktueller Sicherheitsprotokolle wie SNMPv3 sowie eines zentralisierten Konfigurationsmanagements, das für die Konsistenz der Richtlinien im gesamten Netzwerk sorgt. Zu guter Letzt sollten Administratoren auch sämtliche Services auf dem Netzwerk deaktivieren, die sie nicht zwingend benötigen.

3. Sie setzen auf alte Technik

In manchen Unternehmen sind zwar OOB-Geräte im Einsatz, allerdings sind sie hoffnungslos veraltet. Hinzu kommt, dass manche Hersteller gar nicht mehr am Markt vertreten sind und daher auch keine Sicherheitsupdates mehr liefern können. Daran – das ist fairerweise zu erwähnen – tragen nicht allein Netzwerkadministratoren die Schuld.

Dennoch haben sie eine Mitverantwortung für die eingesetzte Hardware und müssen ihr Management auf Missstände hinweisen. Administratoren sollten sich dafür stark machen, dass ihr Unternehmen Geräte von Herstellern anschafft, die nicht nur aktuellen Security-Standards entsprechen, sondern auch regelmäßig Patches und Updates sowie Hotfixes bei kritischen Sicherheitslücken bereitstellen.

4. Sie bilden sich nicht weiter
Damit Administratoren ihre Out-of-Band-Netzwerke sinnvoll betreiben und verwalten können, müssen sie das entsprechende Wissen besitzen. Daher ist es Aufgabe der Netzwerkexperten, sich auch entsprechend weiterzubilden – etwas, das heute viel zu selten in Eigeninitiative passiert. Natürlich legen viele Firmen die Verantwortung für die IT-Infrastruktur in die Hände eines sehr kleinen Teams mit vielen verschiedenen Aufgaben. Daher sind auch an dieser Stelle die Unternehmen gefragt, in ihre Mitarbeiter zu investieren oder bei Bedarf neue Fachexperten einzustellen.

5. Sie automatisieren zu wenig

Viele Administratoren sehen in OOB-Netzwerken eine Lösung, über die sie manuell Prozesse wie die Provisionierung, Verwaltung der Systeme und das Monitoring durchführen können. Allerdings unterstützen moderne OOB-Geräte auch elaborierte Tools für die Automatisierung von Abläufen, wovon Administratoren dringend Gebrauch machen sollten: Je mehr sie automatisieren, desto geringer die Wahrscheinlichkeit für menschliches Versagen.

"Durch die Auslagerung des Netzwerkmanagements in ein Out-of-Band-Netzwerk können Unternehmen ihre Downtime drastisch reduzieren", erklärt Dirk Schuma, Sales Manager Europe bei Opengear. "Für Administratoren sollte der Aufbau eines solchen Netzwerks und dessen Instandhaltung daher oberste Priorität haben. Leider beschäftigen sie sich viel zu selten damit, wodurch sie auch viel Potenzial verspielen, ihren Arbeitsalltag – etwa durch Automatisierung – zu vereinfachen."
5.09.2022/dr

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