Fachartikel

Seite 2 - Replikation mit Storage Replica (1)

RDMA mit Storage Replica
Interessant für Cluster ist das Zusammenspiel mit RDMA (Remote Direct Memory Access). Bei dieser Funktion tauschen Server über das Netzwerk Daten des Arbeitsspeichers auf anderen Servern aus. Diese Technik wird vor allem im Hochverfügbarkeitsbereich von Hyper-V-Clustern genutzt. SMB Direct ist zwischen Servern mit Windows Server 2012 R2/ Windows Server 2016 ständig aktiv. Sie müssen dazu keine Einstellungen vornehmen oder Funktionen installieren. Damit Netzwerkverbindungen optimal funktionieren und Sie große Datenmengen über das Netzwerk oder WAN mit Storage Replica übertragen können, muss das Netzwerk natürlich extrem schnell sein und die Netzwerkadapter müssen die Funktion unterstützen. Hier sind Adapter der Typen iWARP, Infiniband und RDAM over Converged Ethernet (RoCE) sinnvoll. Übertragen lassen sich die Daten aber auch mit TCP/IP, ohne dass RDAM im Einsatz ist.

Storage Replica unterstützt auch andere Speicherfunktionen. Sie können BitLocker-Laufwerke replizieren sowie Datenträger, auf denen die Datendeduplizierung aktiviert ist. Auch Multichannel und Multipath sind möglich, was vor allem für die Replikation in Clustern eine wichtige Rolle spielt. Die Daten lassen sich während der Übertragung zwischen Quell- und Zielserver verschlüsseln und signieren. Wollen Sie Failover-Szenarien umsetzen, können Sie auch nur einzelne Laufwerke verwenden, Sie müssen das Failover nicht für alle replizierten Laufwerke eines Servers auf einmal starten.
Mit GPT-Partitionen und ReFS arbeiten
Nutzen Sie Storage Replica, sollten Sie am besten mit GPT-Datenträgern und dem ReFS-Dateisystem arbeiten. Aktuelle Festplatten haben eine solche Größe, dass neue Partitionstabellen und Dateisysteme gefordert sind, um die Daten sicher und vor allem performant speichern zu können. Das GPT-Format für große Festplatten gibt es schon länger, findet jetzt aber immer mehr Einsatz, eben vor allem bei Storage Replica. Für Datenplatten in Windows Server 2012 und Windows Server 2012 R2 bietet sich das neue Dateisystem ReFS an, beim Einsatz von Storage Replica auch in Windows Server 2016.

Bauen Sie in einen Server eine neue Festplatte ein, haben Sie die Möglichkeit, zwischen zwei Datenträgerpartitionsformaten auszuwählen. Das gilt auch in Windows Server 2016. Große Datenträger mit mehr als 3 TByte profitieren deutlich davon, wenn Sie als Datenträgerformat GPT (GUID-Partitionstabelle) nutzen und als Dateisystem ReFS verwenden. Das Datenträgerpartitionsformat MBR (Master Boot Record) unterstützt Festplatten mit einer Größe von bis zu 2 TByte. Im Vergleich dazu unterstützt das Partitionsformat GPT Festplatten mit einer Größe von bis zu 18 Exabytes und bis zu 128 Partitionen pro Datenträger.

Datenträger mit dem GPT-Partitionsformat sind besser vor Ausfällen geschützt. Sie besitzen redundante Primär- und Sicherungspartitionstabellen. Nachdem Sie den Partitionierungsstil festgelegt haben, arbeiten Sie auf beiden Systemen identisch. Für die Verwaltung spielt es keine Rolle, ob Sie auf MBR oder GPT setzen. Sie legen Partitionen und Volumes an, erstellen Verzeichnisse und Freigaben und vergeben Berechtigungen.

Auch wenn Sie zwischen MBR und GPT wechseln können, sollten Sie die Auswahl des Partitionierungsstils genau überdenken. Auf dem Datenträger, auf dem Sie das Betriebssystem und die Anwendungen installieren, müssen Sie für eine Konvertierung alles neu aufspielen. Das lohnt sich in den seltensten Fällen. Die Konvertierung eines MBR-Datenträgers in einen GPT-Datenträger und umgekehrt kann nur durchgeführt werden, wenn der Datenträger leer ist. Die Vorgänge sollten Sie daher in jedem Fall vor der Einrichtung von Storage Replica vornehmen, da ansonsten alle bereits replizierten Daten neu repliziert werden müssen. Dazu klicken Sie in der Datenträgerverwaltung von Windows den Datenträger mit der rechten Maustaste an und wählen den entsprechenden Befehl aus. Sie können die Konvertierung aber auch in der Befehlszeile durchführen. Tippen Sie dazu in einer Eingabeaufforderung diskpart ein und danach list disk. Der nächste Befehl lautet select disk Nummer der Disk, die Sie konvertieren wollen. Geben Sie clean ein, gefolgt von convert gpt. Den umgekehrten Weg gehen Sie mit convert mbr.

Beim Einsatz von Servern oder Computern mit UEFI-System können Sie GPT- und MBR-Datenträger zwar mischen, aber 32-Bit-Systeme können dann nur sehr eingeschränkt oder gar nicht mehr zugreifen. In der Datenträgerverwaltung (disk -mgmt.msc) finden Sie den Partitionierungsstil auf der Registerkarte "Volumes", wenn Sie die Eigenschaften des Datenträgers aufrufen. In der PowerShell lassen Sie sich den Partitionierungsstil mit
Get-Disk | select FriendlyName, PartitionStyle
anzeigen. Sie können auf diesem Weg eine Festplatte auch offline oder online schalten. Dazu zeigen Sie mit get-disk zunächst die Platten im System an. Anschließend schalten Sie die Platte mit dem folgenden Befehl online:
Set-Disk Nummer -isOffline $false
Den Partitionierungsstil legen Sie dann mit diesem Kommando auf GPT fest:
Initialize-Disk Nummer -Partition- Style GPT
Ein weiteres Beispiel, um einen Datenträger zu erstellen und zu formatieren, lautet folgendermaßen
Get-Disk 1 | Clear-Disk -RemoveData-
New-Partition -DiskNumber 1 -UseMaximumSize -IsActive
-DriveLetter Z | Format-Volume -FileSystem NTFS -NewFileSystemLabel Data
Seite 1: Szenarien für Storage Replica
Seite 2: Mit GPT-Partitionen und ReFS arbeiten


Im zweiten Teil der Workshopserie gehen wir auf die Unterschiede zwischen ReFS und NTFS ein und skizzieren den praktischen Umgang mit Storage Replica. Der dritte Teil der Workshopserie bringt Ihnen nahe, wie Sie Storage Replica per PowerShell steuern..

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1.07.2019/ln/Thomas Joos

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