Fachartikel

Datensicherung beim privaten Radiosender

Auch Live-Radio braucht einen Backup. Das Datenmanagement für Radioprogramme betrifft sowohl Musik und andere Inhalte wie auch die üblichen Geschäftsdaten. In allen Fällen müssen Informationen zuverlässig verfügbar sein. Der Anwenderbericht veranschaulicht, wie Radio/Tele FFH aus Bad Vilbel automatisiert Daten aus über 100 Quellen und einer heterogenen Serverlandschaft auf einem separaten Server mit Langzeitarchivierung auf einer Tape Library sichert.
Die Sendezentrale von Radio/Tele FFH in Bad Vilbel.
Die Radio/Tele FFH mit Sitz im hessischen Bad Vilbel gehört zu den erfolgreichsten privaten Radiosendern in Deutschland. HIT RADIO FFH bietet einen Mix aus Unterhaltung, Nachrichten und regionalen Informationen. Das Programmangebot der Radio/Tele FFH umfasst HIT RADIO FFH, planet radio und harmony.fm und wird über 51 terrestrische UKW- sowie acht DAB+-Sender in Hessen ausgestrahlt. Außerdem kann es über das Format DAB+ in Hessen, europaweit über den Satelliten Astra (DVB-S) und weltweit über das Internet als Audio-Live-Stream empfangen werden.

Der Sendebetrieb startete am 15. November 1989 in Frankfurt am Main. Seit 2001 sendet FFH aus dem Funkhaus in Bad Vilbel vor den Toren Frankfurts. Rund 100 Mitarbeiter sorgen in der Sendezentrale sowie den fünf regionalen Studios in Darmstadt, Gießen, Kassel, Fulda und der Landeshauptstadt Wiesbaden für ein abwechslungsreiches Programm. Gegründet wurde der Sender nach der Deregulierung des Radiomarktes im März 1988. 40 Gesellschafter, darunter hessische und nationale Zeitungsverlage sowie der hessische Bauernverband und der Landessportbund Hessen, sind an dem Unternehmen beteiligt.
Digitalisierung des Radiobetriebs als Herausforderung für das Datenmanagement
Das Datenmanagement der Radio/Tele FFH ist ein wichtiger Bestandteil für den reibungslosen Ablauf der Radioprogramme, die rund um die Uhr ausgestrahlt werden. Sämtliche Musiktitel sind schon seit 2001 digital auf Festplatte verfügbar. Im Frühjahr 2018 nahm der Privatsender mehrere technisch komplett neu ausgestattete Studios in Betrieb. Schon 2017 fiel daher die Entscheidung, die Datensicherung des Senders zu modernisieren. Gefragt war eine zukunftsorientierte Lösung für ein kreatives Umfeld, mit der sich die Speicherprozesse zu attraktiven Kosten automatisieren lassen.

Die Hochverfügbarkeit der Technik ist von entscheidender Bedeutung, denn so ist sichergestellt, dass das Programm rund um die Uhr läuft und es keine Ausfälle gibt. Sämtliche Musiktitel werden bei der Radio/Tele FFH digital vorgehalten. Auch die Mischpulte sowie andere Komponenten des Privatsenders arbeiten IT-gestützt. Ein verlässliches Datenmanagement ist für den Betrieb des Radiosenders daher essenziell. Funktioniert es nicht, ist im Radio nichts zu hören. Da ein Sender wie HIT RADIO FFH sich zu 100 Prozent über Werbung finanziert, entstehen bei einem Sendeausfall immer finanzielle Nachteile für das Unternehmen.

Grundgerüst für das Programm ist der sogenannte Sendeplan, der den Verlauf einer Sendung skizziert und am Bildschirm darstellt. Der Moderator kann sich daran orientieren und seine Sendung rund um dieses Gerüst gestalten. Der Zugriff auf die Datenquellen, beispielsweise die Musikdatenbank, muss dabei immer sichergestellt sein. Die Sendepläne werden täglich von allen Redaktionen bestückt. Daraus resultieren enorme Datenmengen, die zu verwalten und zu speichern sind. Darüber hinaus muss sichergestellt sein, dass die Datenspeicherung und die Langzeitarchivierung aller geschäftsrelevanten Daten hohen Sicherheitsanforderungen entsprichen und eine schnelle Wiederherstellung möglich ist.

Bei der Radio/Tele FFH war bis 2017 für die Datensicherung und -speicherung eine individuelle Lösung im Einsatz, die aus selbstentwickelten Modulen sowie aus Microsoft-Produkten bestand. Diese wurde über Jahre hinweg den Anforderungen des Senders angepasst und modifiziert. Allerdings war irgendwann der Punkt erreicht, an dem dieses Werkzeug nicht mehr ausreichte, um alle Anforderungen zu erfüllen. Deshalb fiel 2017 die Entscheidung, eine neue zukunftsorientierte Backupsoftware zu implementieren.

Intensiver Auswahlprozess
Um ein Backupwerkzeug zu finden, das den Anforderungen des Radiosenders entspricht und sich zudem bedarfsgerecht skalieren lässt, sondierten die Verantwortlichen zunächst den Markt. Gesucht war eine wirtschaftlich effiziente Lösung, die sich leicht in die gesamte IT-Umgebung integrieren ließ und zudem das zukünftige Datenwachstum mittragen konnte. Daher kam nur eine Enterprise-Edition mit ihrem speziellen Leistungsumfang infrage. Auf der Wunschliste der geforderten Leistungen standen zudem die Daten-Deduplizierung sowie die Option, sowohl physische als auch virtuelle Server mit der Software abzusichern.

Nach einem intensiven Auswahlprozess fiel im Herbst 2018 die Entscheidung, eine Lösung auf der Basis von Arcserve Unified Data Protection (UDP) sowie Arcserve Backup für die Langzeitarchivierung auf eine Tape-Library mit derzeit 16 Bändern zu implementieren. Bereits im Januar 2019 starteten die IT-Verantwortlichen die Migration der Sicherungsprozesse auf das Arcserve-Produkt. Zug um Zug wurden geschäftskritische Applikationen, wie das Customer Relationship Management (CRM), die Finanzbuchhaltung oder die Kommunikation mit der Datenmanagement-Funktion von Arcserve verbunden.
2.01.2020/ln/Sven Haubold, Territory Account Director bei Arcserve

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