WMIC für Administratoren
WMIC: Auslaufmodell mit weiterhin nützlichen Funktionen
Das Windows Management Instrumentation Command-line Tool (WMIC) war über viele Jahre eines der wichtigsten Kommandozeilenwerkzeuge, um Informationen über Windows-Systeme auszulesen oder Verwaltungsaufgaben zu automatisieren. Obwohl Microsoft WMIC inzwischen als veraltet (deprecated) einstuft und es in aktuellen Windows-11-Versionen standardmäßig nicht mehr installiert ist, findet sich das Tool in vielen Windows-10- und Windows-Server-Umgebungen nach wie vor im Einsatz. Für neue Skripte empfiehlt Microsoft jedoch die Verwendung von PowerShell-Cmdlets oder CIM-Kommandos.
Gerade in heterogenen Infrastrukturen oder auf älteren Systemen eignet sich WMIC weiterhin hervorragend, um schnell Informationen wie Hersteller, Modell oder Seriennummer eines Rechners abzurufen – häufig schneller als der Griff zu einem Inventarisierungswerkzeug.
Systeminformationen auslesen
Das Grundprinzip von WMIC ist einfach: Über sogenannte WMI-Klassen lassen sich zahlreiche Informationen des Betriebssystems und der Hardware abfragen. Ein typisches Beispiel ist die Ausgabe von Hersteller, Modell und Seriennummer:
wmic csproduct get Vendor, Name, IdentifyingNumber
Die Ausgabe könnte beispielsweise folgendermaßen aussehen:
IdentifyingNumber Name Vendor
PF4XXXXXX ThinkPad T16 Gen 3 Lenovo
Weitere nützliche WMIC-Befehle
Neben den Produktinformationen bietet WMIC zahlreiche weitere Abfragemöglichkeiten:
Betriebssysteminformationen
wmic os get Caption, Version, BuildNumber
BIOS-Version anzeigen
wmic bios get Manufacturer, SMBIOSBIOSVersion
Prozessorinformationen
wmic cpu get Name, NumberOfCores, NumberOfLogicalProcessors
Arbeitsspeicher
wmic computersystem get TotalPhysicalMemory
Festplatten
wmic diskdrive get Model, Size, SerialNumber
Informationen von Remote-Computern
WMIC kann Daten nicht nur lokal, sondern auch von entfernten Windows-Rechnern abrufen. Hierzu wird der Zielcomputer mit der Option /node angegeben:
wmic /node:PC01 bios get SerialNumber
Voraussetzung sind entsprechende Administratorberechtigungen sowie eine funktionierende WMI-Kommunikation über die Windows-Firewall.
Alternative: PowerShell
Da WMIC von Microsoft nicht mehr weiterentwickelt wird, empfiehlt sich für neue Skripte der Einsatz der PowerShell. Die folgenden Befehle liefern dieselben Informationen:
Get-CimInstance Win32_ComputerSystemProduct |
Select-Object Vendor, Name, IdentifyingNumber
Alternativ funktioniert auch:
Get-WmiObject Win32_ComputerSystemProduct |
Select-Object Vendor, Name, IdentifyingNumber
Get-WmiObject gilt allerdings ebenfalls als veraltet und wurde in PowerShell 7 entfernt. Für moderne Skripte sollte daher grundsätzlich Get-CimInstance verwendet werden.
WMIC unter Windows 11
Während WMIC unter Windows 10 sowie Windows Server 2016, 2019 und 2022 weiterhin verfügbar ist, hat Microsoft das Werkzeug seit Windows 10 Version 21H1 offiziell als veraltet markiert. In aktuellen Windows-11-Versionen (ab 24H2) wird WMIC standardmäßig nicht mehr installiert und muss gegebenenfalls als optionales Windows-Feature nachinstalliert werden. Langfristig sollten Administratoren daher ihre bestehenden WMIC-Skripte auf PowerShell-CIM-Cmdlets umstellen.
Fazit
WMIC bleibt ein praktisches Werkzeug für ältere Windows-Installationen und bestehende Administrationsskripte. Aufgrund der Abkündigung durch Microsoft und der schrittweisen Entfernung aus Windows 11 empfiehlt es sich jedoch, neue Automatisierungen konsequent mit PowerShell und Get-CimInstance umzusetzen. Dadurch bleiben Skripte auch auf zukünftigen Windows-Versionen lauffähig.